Lewis Hamilton schreibt Geschichte

Lewis Hamilton schreibt ein weiteres Mal Geschichte. Mit seinem 92. Formel 1-Sieg am vergangenen Sonntag in Portugal überholte er Michael Schumacher. Die Jagd auf die nächsten Schumacher-Rekorde gehen für den 35-Jährigen Briten weiter.

Dominierte seinen Teamkollegen und fuhr zum neuen Rekord: Lewis Hamilton

Das Unmögliche möglich gemacht

Nachdem Michael Schumacher 2006 seine Karriere bei Ferrari beendete, mit Rekorden wie sieben WM-Titeln und 92 Rennsiegen an Bord, hielt es niemand für denkbar, dass diese Rekorde jemals gebrochen werden könnten. Aber Lewis Hamilton bewies das Gegenteil – und stellte am vergangenen Sonntag eine neue Bestmarke in Sachen Rennsiege auf. Beim Großen Preis von Portugal stand er zum 92. Mal ganz oben auf dem Podium, Schumacher gelang dies „nur“ 91 Mal. Lewis Hamilton schreibt Geschichte – einmal mehr.

Weitere Rekorde, wie beispielsweise Pole Positions oder Podiumsplätze stellte Hamilton ebenfalls schon ein – und auch ganz neu auf: Unglaubliche 97 Mal startete der Brite das Rennen von Platz eins aus, während Schumacher 68 Mal auf der Pole stand. Mit 161 Podiumsplätzen hat Hamilton somit auch hier jetzt schon 6 mehr als die deutsche Formel 1 Ikone. In Sachen „schnellste Rennrunde“ hat Hamilton allerdings noch Nachholbedarf: Schumacher hält diesen Rekord noch mit 77 Rennrunden inne, der Mercedes-Pilot kommt derzeit auf 52.

Hamilton kurz vor dem siebten WM-Titel

Bei der Betrachtung des aktuellen WM-Stands und fünf verbleibenden Rennen ist für jeden klar: Der siebte WM-Titel für Lewis Hamilton ist nur noch eine Frage der Zeit. Das liegt zum einen an der Konkurrenzlosigkeit: So konnte ihm weder ein anderes Team, noch sein eigener Teamkollege Valtteri Bottas je wirklich gefährlich werden.

Zum anderen bleibt die Weltklasse eines Lewis Hamilton natürlich nicht zu vernachlässigen: In unnachahmlicher Weise siegte er in dieser Saison in acht der zwölf Rennen, fünf Mal holte er zudem die schnellste Rennrunde.

Unschlagbar: Hamilton im zwölften Rennen mit seinem zehnten Podium

Der Erfolgt kommt nicht von Ungefähr

Die Qualitäten Lewis Hamiltons sind unbestritten. Er ist ein Fahrer mit solch großem Talent und dem unglaublichen Siegeswillen, wie es selten zu sehen ist. So wurde er direkt in seiner zweiten Formel 1 Saison 2008 mit gerade einmal 23 Jahren Weltmeister, in seiner ersten Saison ein Jahr zuvor verpasste er diesen Triumph um nur einen Punkt. Zudem besiegte Hamilton seinen Teamkollegen Nico Rosberg 2014 und 2015 auf beeindruckende Weise, außerdem hatte er gegenüber Ferrari-Pilot Sebastian Vettel 2017 und 2018 am Ende die Nase vorn.

Zudem dominierte er seinen Teamkollegen Valtteri Bottas im letzten Jahr klar und holte am Ende der Saison seinen sechsten Weltmeistertitel. Dass solch ein Erfolg nicht vom Himmel fällt, sollte klar sein.

Mit Teamarbeit zum Erfolg

Sowohl er selber, als auch das Mercedes-Team rund um Teamchef Toto Wolff sorgte dafür, dass Hamilton solche Rekorde einstellen und neu aufstellen konnte. Kein Formel 1 Team arbeitet so professionell wie Mercedes, was sich in etlichen Situationen zeigt: Als Ferrari in der Saison 2017 und 2018 mit etlichen Taktik- und Technikfehlern ihrem Schützling Sebastian Vettel den Titel verspielte, sorgte Mercedes dafür, dass Lewis Hamilton am Ende jeweils als Sieger hervorging.

Es zeigt eben: Formel 1 ist und bleibt ein Teamsport. So perfektionierte Mercedes diesen im Laufe der Jahre, sodass sie zurecht seit Beginn der Hybrid-Ära 2014 den Sport nach Belieben dominieren.

Es ist das Unglaublichste, in so einer Umgebung zu arbeiten

Lewis Hamilton nach seinem 92. Formel 1-Sieg in Portimao

Zwei Ausnahmefahrer mit Ausnahmeleistungen

Bei der Beobachtung der teaminternen Arbeit fallen auch deutliche Parallelen zur Schumacher/Ferrari-Ära auf: So waren damals Teamchef Jean Todt oder Technik-Direkter Ross Brawn sinnbildliche Figuren für Schumachers Erfolg. Das Zusammenspiel zwischen Team und Fahrer ist also unermesslich für großen Erfolg und für große Rekorde.

Michael Schumacher und Lewis Hamilton sind zwei Ausnahmefahrer, die beide jeweils für eine Ära in der Formel 1 stehen. Letzterer wird vermutlich den Rekord von 7 WM-Titel ebenfalls einstellen. Am kommenden Wochenende kann er in Imola dafür den nächsten Schritt machen. Doch trauern sollte man aufgrund dieser „Wachablösung“ in der Rekordtabelle nicht. Denn wie Schumacher einst selber sagte: „Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden.“

Bis heute auch in Italien verehrt: Michael Schumacher


Der Vergleich zwischen zwei Motorsportlegenden:

Michael SchumacherLewis Hamilton
WM Titel76
Grand Prix Siege9192
Pole Positions6897
Schnellste Rennrunden7752
GP-Teilnahmen306262

Die Zusammenfassung des Rennens gibt es hier

20.12.2020 – Lewis Hamilton schreibt Geschichte – nicht aufgeführt

Über den Autor

Yannick Smuda