Übergewicht – Adiposi-Was?

Entstehung, Gefahren und Prävention der Fettleibigkeit

Energiebilanz & Fettverteilung

Übergewicht entsteht durch eine positive Energiebilanz. Das heißt, es wird mehr Energie durch Nahrung aufgenommen, als der Körper tatsächlich braucht. Meist geschieht das durch hohen Konsum von besonders Fett und Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Fastfood oder Fertiggerichten. Die überschüssige Energie wird im Körper in Form von Fett gespeichert.

Ernährungswissenschaftler unterscheiden in zwei Fettverteilungsarten. Die einen neigen zu einer gynoiden Fettverteilung, bei dieser Verteilungsart setzt sich das Fett eher an Hüfte, Bauch und Beinen ab. Bei anderen dagegen, sammelt sich das Fett bevorzugt zwischen den Bauchorganen an. Umgangssprachlich spricht man hier von einem „Bierbauch“, in der Medizin und der Ernährungswissenschaft spricht man von einer androgynen Fettverteilung.

Das sich in der Unterhaut abgesetzte Fett, wie man es bei der gynoiden Fettverteilung antrifft, beteiligt sich kaum am Stoffwechsel. Die Fettmoleküle des „Bauchorgan-Fetts“ tun dies jedoch rege und mit großer Begeisterung. Durch die hohe Abgabe von Fettbestandteilen in das Blut steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Lipoproteine sind „Transportmittel“ verschiedener Moleküle im Blut. An einige dieser Proteine binden sich auch die Fettbestandteile. Mit hoher Konzentration genau dieser „Fett-behafteten“ Proteine im Blut steigt die Gefahr, dass sie sich an den Arterieninnenwänden ablagern. Arterien sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen transportieren. Die Ablagerungen an den Arterieninnenwänden die entstehen, nennt man Arteriosklerose.

Wenn die Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden sich vergrößern, kann es zu einem kompletten Verschluss der Arterie führen. Handelt es sich bei dem Organ, bei welchem nach solch einem Verschluss die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut teilweise ausbleibt, beispielsweise um das Herz, spricht man von einem Herzinfarkt. Laut der PROCAM Studie der Assmann- Stiftung erhöht sich für eine Person mit geringem Übergewicht das Herzinfarktrisiko um 52,6 Prozent, im Vergleich mit einer normalgewichtigen Person. Für Personen mit starkem Übergewicht steigt das Risiko sogar um 68,7 Prozent.

Übergewichtig durch Essstörung?

Hinter Übergewicht können sich viele Ursachen verstecken. Neben Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise einer Schilddrüsenunterfunktion, sind auch psychische Erkrankungen für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich. Übergewicht kann sich als das Symptom einer Essstörung äußern. Personen die an „Binge- Eating“ leiden verschlingen während Fressattacken große Mengen an oft ungesunden Lebensmitteln.

Betroffene berichten dass Fressattacken oft Stunden anhalten können. Das Krankheitsbild ist definiert davon dass es zu keiner Maßnahme gegen die massive Nahrungsaufnahme kommt, wie Beispielsweise das Übergeben oder das übermäßige Treiben von Sport. Das unterscheidet dieses Krankheitsbild von dem der Bulimie.

Übergewicht durch Bewegungsmangel

Neben einer ausgewogenen Ernährung ist tägliche Bewegung notwendig, um gesund und fit zu bleiben. Der vierte deutsche Kinder und Jugendsportbericht offenbart, dass sich 80 Prozent der Jugendlichen weniger bewegen, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Laut der WHO gelingt es ganzen 60 Prozent der Weltbevölkerung nicht, die empfohlenen 30 Minuten moderater Aktivität in ihren Alltag zu integrieren.

Laufen fördert die Muskeln und schafft einen Ausgkeich zu Tätigkeiten im Sitzen

Wie viel man sich am Tag aktiv bewegt, hängt natürlich stark von der beruflichen Tätigkeit ab. Menschen, die in ihrem Job viel sitzen empfiehlt man, des Öfteren aufzustehen um ein paar Schritte zu machen, oder leichte gymnastische Übungen auszuführen. Des Weiteren sollte man zwei bis dreimal die Woche die Muskeln beanspruchen, durch beispielsweise langes spazieren gehen, Fahrrad fahren, wandern, joggen, Krafttraining oder schwimmen. Wer dafür keine Zeit hat, kann versuchen, die tägliche Bewegung beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit umzusetzen. Wem es möglich ist kann von dem Auto auf das Fahrrad umsteigen und Menschen mit besonders kurzen Arbeitswegen können auch das Zu – Fuß – Gehen in Betracht ziehen.

Gesunde Ernährung, aber wie?

Zu einem gesunden Lebensstil gehört neben der regelmäßigen Bewegung eine ausgewogene, gesunde Ernährung . Zu aller erst ist es wichtig seine Mahlzeiten bewusst zu essen. Das bedeutet ausreichend zu kauen um somit langsamer zu essen. In dem man auf das „Herunterschlingen“ der Mahlzeit verzichtet, ist es einem möglich auf das eigene Sättigungsgefühl zu hören.

Viele Menschen haben das Essen verlernt. Sie können nur noch schlucken. 

Paul Bocuse, französischer Star-Koch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zehn Regeln für gesunde Ernährung erstellt, die eine gute Orientierung darstellen. Diese findet man unter folgendem Link:

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

Es ist wichtig, das Thema gesunde Ernährung Kindern bereits in jungem Alter spielerisch nahe zu bringen damit sich gesunde Ernährungsmuster direkt festigen. Dazu gehört auch ein gesundes Essensangebot in Kitas und Kindergärten. Dies lässt sich allerdings oft aus Kosten und Logistikgründen nicht umsetzen. Deswegen sind viele Einrichtungen gezwungen, auf Catering oder andere Firmenkantinen zurück zu greifen.

Auswege aus dem Übergewicht

Helfen herkömmliche Diäten und Sport nicht mehr das Übergewicht zu minimieren, stehen noch verschiedene invasive Maßnahmen zur Auswahl. Der erste Schritt ist in den meisten Fällen das operative Einsetzen eines Magenbandes. Das Band drückt einen Teil des Magens ab und verkleinert ihn somit. Durch die Verkleinerung tritt das Sättigungsgefühl beim Essen schneller ein. Das Magenband kann nach Erfolg oder Nicht- Erfolg wieder entfernt werden. Zeigt das Magenband keinen Erfolg oder entscheidet man sich direkt für einen unumkehrbaren Eingriff, kann eine Magenverkleinerung durchgeführt werden. Bei dieser Operation werden circa drei Viertel des Magens entfernt. Diese Verkleinerung zeigt einen ähnlichen bis besseren Effekt wie das Magenband. Verhilft auch die Magenverkleinerung keine langfristige, ausreichende Verbesserung der Lebensqualität des Betroffenen, ist ein so genannter Magenbypass die nächste und auch letzte Stufe. Hierbei wird ein kleiner Teil des Magens abgetrennt und direkt mit dem Dünndarm verbunden.

Damit die Kosten für einen oder mehrere dieser Eingriffe von der Krankenkasse übernommen wird, sollte man zuerst einen Arzt aufsuchen. Dieser stuft einen solchen Einriff gegebenenfalls als medizinisch notwendig ein. Gemeinsam mit dem Arzt kann der Betroffene einen Antrag bei der Krankenkasse für die Kostenübernahme einer Operation stellen. Damit eine Operation letztendlich durchgeführt werden kann, dürfen keine anderen Krankheiten bekannt sein, die gegen eine Operation sprechen könnten.

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Über den Autor

Emily Braun

Emily Braun machte 2019 ihr Abitur mit dem Schwerpunkt Ernährungswissenschaften&Chemie. Im Anschluss folgte eine dreimonatige Ausbildung zur Rettungssanitäterin. Seit Oktober beschäftigt sie sich hauptberuflich durch Online Vorlesungen der Hochschule Ansbach mit Themen wie Content Management Systemen. In ihrer Freizeit trifft sie sich oft mit Freunden, liest viel und macht seltener Sport, als sie es sich vornimmt.