Afrika in der Krise

Afrika in der Krise: Afrikas Dilemma

Seit einigen Wochen kursieren in den Sozialen Netzwerken vermehrte Hashtags wie #Endsars oder #Congoisbleeding. Allerdings scheint es zu den Vorfällen auf dem Kontinent wenig mediale Aufmerksamkeit zu geben. Aus diesem Grund bemühen sich viele Nutzer und Influencer um die Verbreitung der Hashtags, um über die Krise in Afrika zu berichten.

der Kontinent Afrika

Dabei scheint das Problem in Afrika sich nicht nur auf eine Thematik zu beschränken, sondern auf weit aus mehrere. Die in den Hashtags am häufigsten genannten Länder sind Nigeria, die demokratische Republik Kongo, Namibia, Kamerun, aber auch Südafrika und Liberia. Dabei behandelte Probleme sind Gewalt an Frauen während der Pandemie, Polizeigewalt, aber auch die Mineralienausbeutung im Kongo und die in Kamerun seit Jahren herrschende Krise in der Gesellschaft.

Das vertrauen zum Staat kriselt

In Nigeria herrschen Proteste gegen Polizeigewalt, aufgrund einem von der Regierung genehmigten Sondereinsatzkommandos genannt SARS. SARS steht dabei für Special Anti Robbery Squad. Die Aufgabe des Spezialkommandos ist es ursprünglich gewesen Diebstähle und schwer bewaffnete Überfälle zu verhindern. Allerdings sind nun Videos im Umlauf, in welchen zu sehen ist wie das SARS Kommando Menschen tötet. Ebenfalls kommen immer mehr Zeugenaussagen auf, welche bestätigen, dass SARS willkürlich plündern und morden, im Namen der Regierung.

Demonstrant in Nigeria

Auslöser der Proteste waren mit Sicherheit die Black Lives Matter Bewegung in den USA, aber auch die Veröffentlichung mehrerer Videos, in welchen das Sondereinsatzkommando Gewalt gegen Bürger anwendet. Nun fordern die Demonstranten die Auflösung des Spezialkommandos und Gerechtigkeit für die Opfer. Die Regierung allerdings ignoriert die Anliegen der Menschen und reagiert nur mit Polizeigewalt gegen die vielen friedlichen Proteste.

Der Kongo blutet

Der Hashtag #Congoisbleeding bezieht sich auf die vielen Toten der vergangenen Jahren, aufgrund des Erwerbs von Coltan. Die Betroffenen beklagen dabei die vielen Kinder, die aufgrund Kinderarbeit keine Aussicht auf eine Zukunft haben. Die Schuld dafür geben sie vor allem den Großkonzernen, da Coltan eins der wichtigsten Mineralstoffen in elektrischen Geräten darstellt.

Coltanmienen bei der Ausgrabung

Der Kongo ist eines der mineralreichsten Länder der Erde, da 64% des Coltans der Erde im Kongo liegen. Betroffene erzählen davon, dass die Nachbarländer Uganda und Ruanda unter Bezahlung der Großmächte, den Kongo überfallen, um das Coltan zu beschaffen.

Frauen in doppelter Not

In Namibia herrschen ebenfalls Proteste, aufgrund vermehrter Gewalt gegen Frauen. Während der Pandemie sind die Fälle um 50% gestiegen. Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt und Vergewaltigung werden gemeldet, allerdings werden die Fälle kaum behandelt noch bekommen diese genügend Aufmerksamkeit.

Windhoek Skyline

Aus diesem Grund führte man den Hashtag #ShutAlldown ein, um auf die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen aufmerksam zu machen. Mit den Protesten möchten sie vor allem erreichen, dass die Regierung auf die Fälle aufmerksam wird und diese nicht ungelöst ignoriert werden.

Die Anglophone Krise

Kameruns Landesflagge

In Kamerun herrscht seit Jahren eine verborgene Krise. Die anglophone Bevölkerung Kameruns beklagt sich über die starke Benachteiligung durch die stark dominierende Frankophone Gesellschaft . Dieses Problem hat seinen Ursprung in der Kolonialzeit. Da die anglophone Gesellschaft nur einen kleinen Teil der kamerunischen Bevölkerung ausmacht, werden diese in vielen Bereichen Kameruns ausgeschlossen.

Aus diesem Grund herrschen derzeit Proteste der anglophonen Bevölkerung gegen die Regierung. In diesen fordern sie die Abspaltung und Gründung eines neuen Landes. Die Regierung allerdings reagiert mit Gewalt auf die Proteste. Dies führt zu großen Unruhen im Land, was zuletzt mit einem Angriff auf eine Schule mündete. Auch in Kamerun versucht man mit dem Hashtag #AnglophoneCrisis auch in den Sozialen Medien darauf aufmerksam zu machen.

Wie bewältigt man die Afrika Krise ?

Um die Probleme, die in Nigeria herrschen zu bekämpfen müsste man am besten vor Ort sein. Da dies aber derzeit nicht möglich ist, können wir trotzdem von hier aus helfen, indem wir uns informieren über die dortigen Geschehnisse und des weiteren auch andere Aufklären. Darüber hinaus gibt es auch viele Petitionen, mit denen man vieles erreichen kann, wenn nur genügend darauf unterschreiben. Die Coltan Krise im Kongo betrifft uns allerdings schon mehr, weshalb wir auch mehr daran ändern können. Da Coltan für die Herstellung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten genutzt wird könnten wir achtsamer mit unseren Geräten umgehen, statt jedes Jahr neue Geräte zu kaufen.

Natürlich ist dies nicht die Lösung, allerdings fängt die Problemlösung schon bei den kleinen Dingen an. Dass in Namibia Frauen gerade sehr unter häuslicher Gewalt leiden, können wir hier leider nicht ändern. Trotzdessen leiden auch hier viele Frauen unter häuslicher Gewalt, denen Hilfe geboten werden sollte. Deshalb sollte auch im eignen Umfeld darauf geachtet werden, um womöglich die Fälle im eigenen Kreis zu minimieren. Das Problem an der Krise in Afrika ist, dass wir sie weder hier in unserer Blase kaum erfahren, noch Wissen darüber haben. Zur Problemlösung würde es aber beitragen, die Aspekte wahrzunehmen und nicht stur zu ignorieren. In dem wir die Probleme wahrnehmen und mit anderen teilen , wird ein Bewusstsein geschafft und mehrere Lösungsansätze kommen zum Vorschein.

Platz 99: „Afrika Krise“

21.12.2020 ( Platz 99)

Über den Autor

Gloria Karera

Ressortjournalismus Erstsemester Studentin 2020/21
19 Jahr alt, Politik und Kultur interessiert.