Amateursport abgesagt – Folgen für Sportler*innen

Neue Corona-Maßnahmen auf Grund von steigender Infektionszahlen. Bund und Länder stellt Spielbetrieb aller Amateursportarten ab 2. November ein

Ab dem 2. November steht der Amateursport in Deutschland wieder still. Das geht aus den Beschlusspapieren infolge der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten vom Mittwoch hervor. Grund sind die steigenden Infektionszahlen in der Bundesrepublik.

Statistik zur Aktuellen Corona Lage in Deutschland
Statistik zur Aktuellen Corona Lage in Deutschland

Der Profisport im Fußball, Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball darf weiter ausgeübt werden. Trotz ausgearbeiteter Hygienekonzepte, wird der restliche Saisonbetrieb jedoch ohne Zuschauer fortgeführt werden. Im Amateursport findet hingegen bis auf weiteres kein Spielbetrieb mehr statt. Neben dem Besuch von Fitnessstudios und Schwimmbädern, ist ab Montag das ausführen von Freizeitsport mit Mitgliedern aus mehr als zwei Haushalten untersagt. Etliche Vereine von Mannschaftssportarten sind den Beschlüssen ausgeliefert.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/regelungen-ab-2-november-1806818

Betrieb der Hallen Hockey Bundesliga ist freiwillig

Die verschärften Corona-Maßnahmen wirken sich auch auf die deutsche Feldhockey Bundesliga aus. Nachdem der Spielbetrieb bereits für ein halbes Jahr wegen der Pandemie ruhen musste, rollt seit Anfang September der Ball wieder. Während der Feld Saison kam es mehrfach zu Spielabsagen. Grund waren Corona Erkrankungen von Spielerinnen und Spielern. Durch die, von 64 Herren-und Damen Bundesliga Vereinen, ausgearbeiteten Hygienekonzepte, konnten weitere Infektionen innerhalb der Ligen verhindern werden.

Sportlerin in Aktion
Sportlerin in Aktion

Der Großteil der Infizierung fand während der Feldsaison neben dem Platz satt. Die Ansteckungsgefahr in der kommenden Hallen Saison könnte aber, auch mit strengen Corona Regeln, drastisch steigen. Eine gebildete Task-Force forderte alle Deutschen Bundesliga Vereine der ersten und zweiten Bundesliga auf, über das stattfinden der Hallensaison 2020/21 abzustimmen. 54 Prozent der Vereine haben für den Spielbetrieb gestimmt. Die Lösung: die Teilnahme der Saison ist freiwillig. Mannschaften die sich dafür entscheiden nicht am Spielbetrieb teilzunehmen, behalten ihren Platz in der jeweiligen Liga. Die Ligen sollen außerdem aufgestockt werden, um einen normalen Spielbetrieb für die Mannschaften zu gewährleisten. 

Kein Hockey im November

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) verkündete also zunächst „ein Ja für die Hallen-Bundesliga“. Laut Beschlusspapieren, sind Freizeit-und Amateursportarten aber für den gesamten November untersagt. Auch Sportanlagen und Schulturnhallen werden geschlossen. Trainings – und Spielbetrieb ist damit für einige Clubs unmöglich. Individualsportarten wie Joggen bilden die Ausnahme. Mit Bekanntgabe der Maßnahmen von Bund und Ländern, machten mehrere Hockey Bundesliga Vereine gebrauch von der Entscheidung der deutschen Hockey Task-Force und zogen ihre Mannschaften zurück.

Amateursport abgesagt
Amateursport abgesagt

Mangels ausreichender Meldungen wird die Damen Bundesliga, die Damen und Herren Oberliga und mehrer Verbandsklassen für diese Hallensaison gestrichen. Jetziger Stand der Hallen Hockey Saison ist, dass bis zum 30. November kein Training und kein Spielbetrieb erlaubt sein wird. Falls nach dem 30. November ein Spielbetrieb möglich ist, wird der Modus der freiwilligen Saison durchgeführt. Sollte sich die Situation der Pandemie jedoch weiterhin verschlechtern und der Spielverkehr eingeschränkt werden, wird sich die Task-Force erneut zusammensetzen und über weitere Auswirkungen beraten. 

Amateursport abgesagt – Sportler*innen leiden

Auch auf hohem Niveau, fällt Hockey unter die Kategorie des Amateursport. Spielerinnen und Spieler der ersten und zweiten Hockey Bundesliga trainieren zwar sieben Tage die Woche, viele Athletinnen und Athleten besuchen aber vor allem die Schule, studieren oder gehen einem Beruf nach. Für die Spielerinnen der zweiten Bundesliga Mannschaft des Nürnberger HTC, ist der Mannschaftssport alles andere als nur ein Hobby. Hauptsächlich ist es aber ein wichtiger Ausgleich zu ihren Haupttätigkeiten. Ein erneuter Spielstop wäre für alle eine große Enttäuschung.

Amateursport abgesagt
Amateursport abgesagt

Der zweite Lockdown stellt vor allem die Vereine des Breitensports auf die Probe. Auch wenn die Clubs nicht mehr trainieren dürfen, sind die Bundesligaspielerinnen und Spieler weiterhin hoch Motiviert. Wenn die Hallen Saison abgesagt wird, beginnt Zeitnah die Vorbereitung für die Feld Saison. Diese soll bereits im Frühjahr wieder starten. Das viel größere Problem sind, die Kündigungen von Mitgliedschaften. Die Zahlen der Breitensportler in den Vereinen gingen im letzten halben Jahr rapide zurück. Unter ihnen sind vor allem Kinder die, wegen der geschlossenen Vereine, ihrem Hobby nicht nachgehen durften. Ohne die zahlenden Mitglieder, könnte das nächste Jahr für einige Amateurvereine schwer werden.

Geisterspiele für die Profis

Alle Profiligen müssen ohne Zuschauer auskommen. Neben der Deutschen Fußball Liga (DFL) müssen auch Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball auf Zuschauer verzichten. Die DFL bezeichnet das Zuschauerverbot am Mittwochabend als „bedauerlich“. Aber unbekannt sind dem Profifußball Geisterspiele nicht. Schon im Frühjahr wurde der Spielbetrieb Wiederaufgenommen. Entsprechenden Hygienekonzept und leeren Stadien tragen dazubei. Beim Profi Fußball sind Gesiterspiele das Minimum für das wirtschaftliche Überleben der Vereine. 

Folgen für Sportler*innen
Folgen für Sportler*innen

Wer deutlich mehr auf die Einnahmen der Zuschauer angewiesen ist, sind Vereine von Profisportarten wie Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball. Die Handball-Bundesliga (HBL) hat kein Verständnis für die Entscheidung der Politiker. „Der Sport hat seine Hausaufgaben gemacht und trägt nicht zum Infektionsgeschehen bei.“ sagt HBL-Geschäftsführr Frank Bohmann. Mit Blick auf die finanziell angespannte Situation zahlreicher Vereine, äußert er die Hoffnung, dass spätestens im Dezember wieder vor Zuschauerinnen und Zuschauern gespielt werden kann. Auch der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), Stefan Holz äußert sich frustriert. Froh darüber, dass die Mannschaften überhaupt spielen dürfen, wenn auch ohne Zuschauer, ist er trotzdem.

22.12.2020 – Amateursport abgesagt – kein Platz unter den ersten 100.

Über den Autor

j.hainke

Johannah Hainke, Studentin an der Hochschule Ansbach im Bereich Ressort Journalismus und Spielerin der Deutschen Feld Hockey Bundesliga