Motorradfahren- Die Anfängerfehler

Damit sie diese als Frischling vermeiden, werden wir ihnen die schwersten Anfängerfehler beim Motorradfahren im Folgenden auflisten.

Ein Motorrad zu fahren ist deutlich komplexer als es auf den ersten Blick aussieht. Besonders für Anfänger gibt es eine Vielzahl an Fehler, die sie unter Profis sofort als Anfänger enttarnen. Viele davon können ihnen sogar schlimmstenfalls das Leben kosten.

Der typischste Anfängerfehler: Das falsche Bike fürs Motorradfahren

Ein paar der schlimmsten Fehltritte kann man sich bereits, ohne ein Motorrad zu besitzen leisten. Einige scheitern bereits dabei, ein geeignetes Kraftrad für den Start auszuwählen.Oft kaufen unerfahrene Fahrer ein Bike mit zu viel Leistung. Das kann fatale Folgen haben, da bei Rädern mit über 100 Pferdestärken meist nur eine kleine Handgelenksbewegung zu viel genügt, um einen schweren Sturz zu erleiden. Daher empfehlen wir für das erste Motorrad eine Leistung von maximal 60 PS.

Sehr häufig wird auch zu viel zu großen und zu schweren Modellen gegriffen. Dies erschwert das Fahren und Rangieren erheblich, achten sie darauf, dass mindestens ihre Fußballen Bodenkontakt haben. Vergewissern sie sich, dass sie die Masse ihres zukünftigen Bikes sicher in allen Situationen kontrollieren können.

Ein weiterer beliebter Anfängerfehler beim Motorradfahren ist es, sich ein Rad für den falschen Zweck anzuschaffen. Viele Beginner greifen direkt zu einem Sportmotorrad (auch Sportler genannt), da diese für viele schlichtweg am besten aussehen. Doch sie bergen einige Tücken in sich: durch die Stummellenker, die aggressive Sitzposition und den tiefen Schwerpunkt sind Sportler sehr schwierig zu fahren und können im Wesentlichen nur auf einer Rennstrecke „artgerecht“ bewegt werden und ihr volles Potential ausfahren, da die Motoren auch sehr hohe Drehzahlen benötigen. Wer dennoch sportlich starten will, sollte eher zu einem Naked-Bike greifen, da diese durch den breiten Lenker deutlich agiler sind.

Von inkorrekten Tieferlegungen und Billigteilen

Eine falsche Tieferlegung Motorrad ist ebenfalls ein typischer Anfängerfehler. Hierbei werden stark progressive Federn verwendet und die Dämpfer nicht angepasst. Das ist zwar günstiger als eine echte Tieferlegung jedoch verschlechtert es das Fahrverhalten immens, da diese Federn viel Bewegung im Motorrad verursachen. Das Motorrad lässt sich unpräziser fahren und federt bei einer harten Bremsung katapultartig aus, was oft zu Unfällen führt. Eine Heck Tieferlegung mittels Umlenkhebel oder kürzeren Federbein ist ebenfalls zwar günstiger aber macht das Motorrad unhandlicher und bringt es zum Untersteuern.

Besonders hier basteln viele Beginner: Der Lenker, die Spigel sowie die Hebel des Motorrades

Viele Motorradfahrer kennen das: man möchte sein Gefährt individuell gestalten und sich von der Masse abheben. Der Teilemarkt ist dank AliExpress, Wish und co. in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Leider ist auf dem Teilemarkt nicht alles Gold was glänzt. Hier gibt es ein paar Modifikationen von denen sie besonders als Einsteiger besser die Finger lassen sollten. Speziell junge Fahrer neigen dazu, sich leichtsinnig jede noch so kleine Modifikationsmöglichkeit ans Motorrad zu basteln. Doch spätestens, wenn der erste 10 Euro Made in China Bremshebel unter starker Belastung bricht ist der Spaß endgültig vorbei.

Insbesondere Drittmarkt- Hebel sollten immer über eine ABE verfügen. Das ist zwar teurer aber dann auch garantiert sicher. Ebenfalls beliebt sind kleinere Spiegel, ein breiterer Lenker und ein schwarzes, undurchsichtiges Windschild. Generell gilt beim Nachrüsten: immer auf die ABE achten. Außerdem sollte eine Modifikation niemals das Sichtfeld oder die Fahrzeuggeometrie negativ beeinflussen.

Selbstüberschätzung: der fatalste Anfängerfehler beim Motorradfahren

Eine Vielzahl an neuen Motorradfahrern neigt dazu die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Sie fahren zu schnell in die Kurve, werden dann aus der Kurve getragen oder landen auf der Gegenfahrbahn. Es wird sich nicht die Zeit genommen mit der neuen Maschine vertraut zu werden. Schnell lässt man sich dann von anderen Fahrern hetzen, verliert den Respekt vor der Maschine und handelt leichtsinnig.  Seien sie sich bewusst, dass die Unfallwahrscheinlichkeit auf einem Motorrad 18-mal so hoch wie mit einem Auto ist. Unterschätzen sie ebenfalls nicht das Fahren mit Beifahrer und wie das zusätzliche Gewicht das Fahrverhalten der Maschine beeinflusst. Durch eine zweite Person auf dem Kraftrad wird es deutlich behäbiger und sportliches Fahren schwieriger. Der Bremsweg verändert sich, ebenso wie die Lenkung.

Auch zu hartes Bremsen ist bei Einsteigern eine häufiger Anfängerfehler. Kaum wird in der Kurve panisch der Bremshebel gezogen, schon schlittert man auf dem Asphalt dahin und kann nur hoffen halbwegs unversehrt wegzukommen. Auch eine falsche Körperhaltung steigert das Unfallrisiko enorm: Etliche Neulinge stehen falsch auf der Raste, haben einen runden Rücken und keine Spannung in den Beinen. Laut ADAC kann die falsche Sitzposition die Leistungsfähigkeit des Fahrers bis zu 45% vermindern. Falls sie in Sachen Fahrtechnik nicht so fit sind, empfehlt sich ein Fahrsicherheitstraining.

Ein sehr peinlicher und nicht zu unterschätzender Anfängerfehler beim Motorradfahren unterläuft Einsteigern meist beim Blinker setzen. Sie vergessen ihren Blinker nach der Kurve auszustellen und müssen dann von anderen darauf hingewiesen werden. Im schlimmsten Fall kann jedoch ein falscher Blinker, zum Beispiel beim Linksabbiegen auf einer Bundesstraße, ebenfalls im Krankenhaus oder fatal enden.

Miserable Kleidung, ein echter Anfängerfehler

Ein sogenannter Jethelm: Leider besitzen diese keinerlei Kinnschutz

Ebenso wie der Teilemarkt ist auch das Angebot an Motorradkleidung deutlich gewachsen. Dank großem Fortschritt in der Materialforschung und neuesten Innovationen wie zum Beispiel der Einsatz von Airbags in Motorradjacken ist Schutzkleidung in den letzten Jahren deutlich sicherer geworden. Doch trotz alle dem sind auch viele unsichere Produkte auf den Markt gekommen, besonders bei billigem Equipment sollten sie besonders als Einsteiger immer auf die entsprechenden Sicherheitszertifikate der Protektoren und Helme achten.

Besonders Leute, die noch nie ein Sturz erlitten haben, unterschätzen die Wichtigkeit vernünftiger Schutzkleidung und legen wenig Wert auf ausreichenden Schutz auf dem Rad. Stets nach dem Motto „mir passiert doch sowieso nichts“. Diese Denkweise führt auch zu sehr ungewöhnlicher Bekleidung, wie zum Beispiel Protektoren Westen, Jet Helmen und Stoffhandschuhen. Diese Produkte bieten sehr unzureichenden Schutz auf der Straße.

Es mag vielleicht nicht so schlimm sein, wenn man nur einen Helm zum Brötchen holen anzieht, jedoch sollte man eigentlich immer Schutzkleidung tragen, sobald man auf sein Motorrad steigt. Und im Idealfall auch diejenige die auch für den entsprechenden Einsatzbereich geeignet ist, Motocross Helme mit Brille, Brustpanzer und Stoffhosen haben im Enduro Bereich durchaus ihren Zweck, gehören aber nicht auf die Straße. Häufig kann man nur durch Betrachten der Schutzkleidung einen Laien vom Profi unterscheiden. Integralhelm, Kevlar- oder Lederbekleidung und entsprechendes Schuhwerk sollte ihre Standard-Montur sein.

Der Teufel liegt im Detail

Noch ein paar Kleinigkeiten zum Schluss:  Eine der peinlichsten Aktionen ist falsches Auf- und Absteigen. Grundsätzlich steigt man nur von der Ständer-Seite auf die Maschine und auch wieder ab. Alles andere sieht einerseits ziemlich dämlich aus und ist sehr unpraktisch. Ohne auch nur einen Kilometer gefahren zu haben, werden sie als blutiger Anfänger enttarnt.

Ähnlich sieht es beim Aufsetzen des Helmes aus: Wer hier ewig braucht, sich die Ohren einklemmt und quält blamiert sich sofort. Dabei ist es so einfach: Die beiden Laschen des Verschlusses auseinanderziehen den Helm aufsetzen, fertig. Übrigens, können Sie sich ihren Helm auch ohne die oben genannte Technik problemlos über den Kopf ziehen ist ihnen der Helm schlichtweg zu groß. Falsch sitzende Kleidung ist ebenfalls eher ein Anfängerfehler.

Vergessen sie nicht, immer die Tankanzeige im Auge zu behalten. Die meisten Anfänger haben noch kein Gespür für den Spritverbrauch ihrer Maschine. Lässt man dann auch noch die Anzeige aus dem Auge, kann man schnell mal liegen bleiben. Das ist besonders ungünstig, wenn sie alleine unterwegs sind.


Jetzt wissen sie welche Anfängerfehler beim Motorradfahren es zu vermeiden gilt, wenn sie ihre ersten Kilometer auf 2 Rädern vor sich haben. Was sonst noch als Anfänger zu beachten gibt, finden Sie hier.

Wir wünschen ihnen allzeit gute Fahrt!

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Mäffert Moritz 00159857

Über den Autor

Moritz Mäffert

Studiert Ressortjournalismus in Ansbach
Hat eine Leidenschaft für Krafträder und will nach dem Studium als Motorrad-Journalist tätig werden.