So geht die richtige Pferdepflege

So funktioniert die richtige Pferdepflege

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Jeder Tierhalter ist verpflichtet, sein Tier artgerecht zu halten und ausreichend zu pflegen. Natürlich gehört bei einem Pferd einiges an regelmäßiger Pflege zum Alltag. Ebenso muss der Mensch Ponys, Maultiere und Esel ausreichend pflegen. Die richtige Pferdepflege ist essentiell.

Pferdepflege bezeichnet im engeren Sinn die Fell- und Hufpflege von Pferden, die meist vor und nach der Arbeit stattfindet, sowie das Herausbringen (Herausputzen) eines Pferdes für ein Turnier. Im weiteren Sinne wird darunter auch die Haltung, Fütterung und Sorge für die Bewegung der Tiere verstanden.

Pferdepflege – Wer ist dafür zuständig?

Pferdepflege im weiteren Sinne ist Gegenstand des Ausbildungsberufs Pferdewirt mit Schwerpunkt Pferdehaltung und Service. Außerdem gibt es den Beruf des Tierpflegers. Auf großen Turnieren werden Reiter und Fahrer von professionellen Pferdepflegern begleitet, die ihnen die Sorge für die Tiere abnehmen und die Pferde und Ausrüstung für den Start bereitstellen. Wer sich jedoch Geld sparen möchte, bürstet sein Tier selbst.

Pferde pflegen sich untereinander das Fell, indem sie sich gegenseitig die Mähne kraulen und an unzugänglichen Stellen kratzen. Die soziale Fellpflege ist für Pferde sehr wichtig und wirkt entspannend. Auch das Wälzen dient der natürlichen Fellpflege und als Schutz vor Insekten. Natürlich ist das nicht genug, um jeglichen Dreck vom Fell zu entfernen.

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So bleibt der Vierbeiner gesund

Es gibt mehrere Gründe dafür, sein Pferd zu pflegen. Einerseits dient es zur Verbesserung bzw. Erhaltung der Gesundheit von Haut und Fell. Außerdem wird das Risiko von verschiedenen gesundheitlichen Problemen wie Strahlfäule, Mauke, Sommerekzem und entzündeten Wunden so deutlich verringert und es ist eine sehr wichtige Vorbeugung von Scheuerstellen in Sattel- und Gurtlage. Bei der Pflege prüft der Mensch außerdem, ob das Tier gesund ist: Verletzungen, schorfige oder warme Stellen, Schwellungen, Lahmheit, lose oder fehlende Hufeisen oder ein verändertes Verhalten (Mattheit, Unruhe) und verschiedene andere Krankheitsanzeichen kann der Mensch vor allem so bemerken. Da die Pflege täglich stattfindet, ist eine schnelle Behandlung möglich.

Vor allem mit jungen oder misshandelten Pferden muss man viel Zeit verbringen, um das nötige Vertrauen aufzubauen. Durch die Pflege des Tieres wird nicht nur eine Bindung zwischen Pferd und Reiter/Pfleger aufgebaut, sondern das Tier lernt, dass es sich überall anfassen lassen kann. Bei Fohlen gehört das Zulassen der Pflegemaßnahmen sowie das ruhige (angebundene) Stehen am Putzplatz zur Grunderziehung. Für ein Turnier, einen Wettbewerb oder einen Umzug des Tieres in einen anderen Stall muss der Besitzer das Tier ebenfalls herausputzen.

Der Mensch sollte sein Pferd nach Möglichkeit täglich vor und nach der Arbeit putzen und versorgen. Die tägliche Pflege trägt zum Wohlbefinden des Pferdes bei. Beim Striegeln und Bürsten werden die Muskeln massiert und somit gelockert, was eine entspannte Arbeit zulässt.

Die richtige Ausrüstung ist alles! – Utensilien für die Pferdepflege

Natürlich braucht man für das Putzen des Pferdes bestimmte Ausrüstung, welche aus verschiedenen Bürsten und Striegeln besteht.

Das braucht man zum Pferd-Putzen:

How to: Pferd putzen – die richtige Pferdepflege

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Der Striegel spielt bei der richtigen Pferdepflege die wichtigste Rolle. Mit dem Gummistriegel lockert der Mensch das Fell vorerst und raut es auf. Dabei beginnt man am Genick und arbeitet abwärts mit festen Kreisen. Der Mensch sollte den Striegel zwischendurch ausklopfen , um den Staub, der sich darin ansammelt, zu entfernen.

Der Druck, den der Mensch auf den Körper des Vierbeiners ausübt, hängt davon ab, wie sensibel das Pferd ist, wie dreckig es ist und aus welchem Material der Striegel ist. Hier verwendet der Reiter meist einen relativ weichen Gummi, doch wenn das Pferd zum Beispiel durch angetrockneten Matsch zu stark verdreckt ist, dann benutzt man meist einen Metallstriegel. Wenn das Pferd unruhig wird, mit dem Schweif zu schlagen, auszuweichen oder sogar zu treten oder zu beißen, dann sollte man weniger Druck oder eine weichere Bürste verwenden.

Achtung: Manche Pferde sind empfindlich

An Stellen, an denen nur eine dünne Hautschicht über den Knochen liegt (=die empfindlich sind), wie die Innenseiten der Oberschenkel, sowie der hintere Teil des Bauchs und die Genitalregion, darf nur ganz sanft aufgedrückt werden, da das Tier sonst Schmerzen hat. Die Beine dürfen nicht mit dem Striegel bearbeitet werden, da das für das Pferd unangenehm wäre. Stattdessen kommt hier die Wurzelbürste zum Einsatz. Mit dieser harten Bürste werden die Beine von innen und außen kräftig abgebürstet und alle Verklebungen entfernt. Besonders wichtig sind dabei die Fesselbeugen. Bei den Hinterbeinen darf das Sprunggelenk nicht vergessen werden, da dies ist oft mit Dreck verklebt ist.

Nach der der grobe Dreck auf dem Fell des Pferdes entfernt ist wird der feine Staub entfernt und das Fell zum Glänzen gebracht. Dafür wird die Kardätsche (weiche Bürste) und der Striegel benötigt. Es wird wieder am Genick angefangen und abwärts gearbeitet. Nun wird nur mit leichtem Druck mit dem Strich über das Fell gestriegelt. So wird das Fell geglättet und ist sauber.

Mit der Kardätsche reinigt der Besitzer das Fell des Kopfes vorsichtig. Viele Pferde sind kopfscheu, mögen es also nicht, dort angefasst zu werden, weshalb man sehr sanft arbeiten und geduldig sein muss. Besonders wichtig sind die Bereiche, an welchen später das Zaumzeug liegt. Hier ist das Fell oft mit Schweiß und Dreck verklebt.

Ist auch Wasser in der richtigen Pferdepflege erlaubt?

Na klar! Augen und Nüstern sollte der Reiter nicht mit dieser Bürste bearbeiten, denn dafür sind die Schwämme und Lappen. Um die empfindlichen Sinnesorgane am Pferdekopf zu pflegen, nimmt man einen feuchten Schwamm und reinigt zuerst die Augen und dann die Nüstern. Statt einem Schwamm kann man auch ein Feuchttuch verwenden und es anschließend entsorgen. Etwa einmal pro Woche, sollte man mit dem zweiten Schwamm After und Euter oder Schlauch reinigen. Pferdepflege kann auch mit Wasser stattfinden.

Viele Pferde freuen sich auch, an einem heißen Sommertag eine Dusche zu bekommen. Hierbei muss man besonders darauf achten, sich von den Beinen langsam nach oben zu arbeiten. Das Wasser darf weder zu kalt, noch zu heiß sein. Der Kopf und andere empfindliche Körperstellen sollten ausgelassen werden – so kann jedes Pferd eine kühle Erfrischung genießen.

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Das Mittel gegen Lahmheit: Hufpflege

Um den Huf sauber zu machen und „auszukratzen“ nimmt man den Hufauskratzer. Diese Prozedur ist extrem wichtig, denn wenn Pferde sich Steine eintreten, dann kann es zu Lahmheiten kommen. Wenn der Reiter die Hufe vor dem Reiten nicht auskratzt und das Tier einen Stein im Huf habt, fühlt es sich also für das Pferd so an, wie wenn ein Mensch eine Wanderung machen würde, während er einen Stein im Schuh hat.

Zum Hufauskratzen hebt der Mensch den Huf des Pferdes auf und fährt mit dem Hufauskratzer durch die Strahlfurchen. Dabei fällt schon der meiste Dreck aus dem Huf. Der restliche Dreck wird mit einer Bürste (welche meist bereits am Hufauskratzer vorhanden ist) entfernt.

Am Strahl selbst muss man vorsichtig sein, denn dort ist das Horn weich und mit Nerven versorgt. Diesen Bereich darf der Mensch nur ganz vorsichtig mit dem Hufauskratzer bearbeiten. Der Rest des Hufes ist relativ unempfindlich. Es ist wichtig, dass der Besitzer allen Dreck aus den Strahlfurchen entfernt, da dieser sonst anfängt zu faulen. Hat das Pferd Hufeisen, kontrolliert man beim Hufauskratzen, ob die Eisen noch fest sitzen und sich kein Steinchen darunter verklemmt hat.

Außerdem wird der Huf alle 6 bis 8 Wochen vom Hufschmied ausgeschnitten und mit neuen Hufeisen versehen. Auch das gehört zur richtigen Pferdepflege.

Wenn all das Putzen beendet ist, kann man endlich aufsteigen und losreiten – wenn das Pferd gesattelt ist. Auch zum Reiten werden verschiedene Utensilien wie Sattel, Zaumzeug, Gamaschen und Reitklamotten benötigt. So findet die richtige Pferdepflege statt.

19.12.2020 – richtige Pferdepflege – nicht gelistet

Über den Autor

s.lippoldt

Student, 18 Jahre landwirtschaftlicher Hintergrund geboren in Kelheim Tierliebhaber