Corona-Impfstoff bald zugelassen?

Biontech und Pfizer beantragen Notfallzulassung in der USA

Die Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer haben nun für ihren Corona-Impfstoff die Notfallzulassung in den USA beantragt, wie die Tagesschau berichtet. Auch die Europäische Arzneimittelagentur prüft den Impfstoff seit Oktober für die Zulassung. Anhand der in vielen Ländern laufenden Studie ließ sich eine Wirksamkeit von 95 Prozent errechnen.  Im Falle einer Zulassung wären Biontech und Pfizer innerhalb von wenigen Stunden für die Auslieferung von Impfstoffdosen bereit, wie die Tagesschau weiter berichtet. Die EU-Kommission hat mit den beiden Unternehmen bereits eine Lieferung von 200 Millionen Dosen vereinbart.

Auch die Europäische Arzneimittelagentur prüft den Corona-Impfstoff bereits.

Zulassung für mehrere Corona-Impfstoffe

Laut der Bundesregierung seien im Moment mehrere Impfstoffkandidaten in der letzten Prüfphase. Daher sei es möglich, dass nach und nach mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen werden. Doch sie warnt auch, dass ein Impfstoff nach der Zulassung nicht sofort für alle zur Verfügung stehen wird. Er muss erst in ausreichender Menge produziert werden. Auch wird am Anfang eine Priorisierung erfolgen. Die soll festlegen, wer zuerst geimpft wird.

Konzept zur Priorisierung

Die Ständige Impfkommission hat dafür zusammen mit dem Ethikrat und der Leopoldina ein Konzept entwickelt. Das sieht vor, dass zuerst gefährdete Gruppen geimpft werden sollen. Darunter sind unter Anderem Risikogruppen und medizinisches Personal. Wie viel Zeit vergehen wird, bis ein Impfstoff für Alle zur Verfügung steht, könne derzeit noch keiner sagen. Eine Impfpflicht wird es jedoch nicht geben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte bei einer Pressekonferenz am 15. September, es werde zu einer freiwilligen Impfung kommen.

Zuerst sollen Risikogruppen und medizinisches Personal mit dem Corona-Impfstoff geimpft werden.

Weitere Informationen zum Thema Corona-Impfstoff

Die Bundesregierung beantwortet auf ihrer Website viele Fragen rund das Thema Impfstoff, Zulassung und Impfung. Gleichzeitig klärt sie zu den jeweiligen Fragen Mythen auf. Fragen, wie der Impfstoff auf den Markt kommt oder wie sicher die Impfung sein wird, werden dort beantwortet. So wird erklärt, dass es nach der Marktzulassung eine enge Überwachung bei der Impfstoff-Anwendung geben wird. So kann man seltene Nebenwirkungen erfassen. Behauptungen wie beispielsweise, dass der Impfstoff aufgrund des beschleunigten Testverfahrens unsicher ist oder dass ein RNA-/DNA- Impfstoff Genmanipulation am Menschen sei, werden dort aufgeklärt.

Neuer Mechanismus des Corona-Impfstoffes

Der Impfstoff ist ein mRNA-Impfstoff.

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist ein mRNA-Impfstoff, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Er basiert auf einem neuen Mechanismus. Mit genetischen Informationen des Krankheitserregers stellt der Körper ein Oberflächenprotein her, mit dem das Virus in Zellen eindringen kann. Die Impfung soll den Körper zu Bildung von Antikörpern anregen. Diese halten die Viren ab, in Zellen einzudringen und sich dort zu vermehren. Ein Vorteil von mRNA-Impfstoffen sei die schnellere Produktion im Vergleich zu konventionellen Impfstoffen, erklärt die Süddeutsche.

Zulassung von Corona-Impfstoff vor Beginn der dritten Testphase

Russland hatte bereits Mitte August einen Corona-Impfstoff zugelassen, noch vor Beginn der entscheidenden dritten Prüfungsphase, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete. Im Oktober kündigte Präsident Wladimir Putin bereits die Zulassung eines zweiten Impfstoffes „Epivakcorona“ an. Dieser hat die dritte Prüfungsphase ebenfalls noch nicht bestritten. Mit „Sputnik V“ gebe es derzeit Tests an 30.000 Freiwilligen. Ergebnisse seien jedoch noch nicht bekannt. Mit der Produktion der erforderlichen Menge des Impfstoffes gebe es derzeit Probleme, gab der russische Präsident zu. Es fehle derzeit noch an nötigen Produktionskapazitäten. In anderen Ländern produzieren Impfstoffprojekte neben den laufenden klinischen Studien bereits ihren Impfstoff. Das ist in Russland nicht geschehen. Es seien nicht die nötigen Produktionskapazitäten vorbereitet worden, schreibt die FAZ. Die geplante Massenimpfung in Russland die kommenden Tage wird wohl aufgrund fehlender Ausstattung bei den Produktionsstandorten nicht starten können.

Unterscheidung Corona, Erkältung, Grippe

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Unterscheidung und richtige Zuordnung der Symptome. Denn die Symptome des Corona-Virus ähneln denen einer Grippe und Erkältung. BR24 hat die Unterschiede der Symptome aufgezeigt. So sei trockener Husten und die Kombination mit Kurzatmigkeit Symptome für Corona. Niesen zähle nicht dazu und sei eher bei einer Erkältung zu verordnen. Außerdem kommen die Symptome für eine Grippe ganz plötzlich, im Gegensatz zu Corona. Hier verschlimmern sich die Symptome anfangs nur langsam. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, sowie Kopf- und Gliederschmerzen können zwar bei Corona als auch bei Grippe vorkommen, seien aber häufiger bei Grippe.

Grippe-Symptome sind von Corona-Symptomen nicht eindeutig zu unterscheiden.

Nicht eindeutig

Dennoch ist eine genaue Bestimmung nicht möglich. Ein Grund dafür ist auch, dass die Symptome bei einer Corona-Erkrankung bei jedem Menschen anders verlaufen können. Manche bleiben symptomlos, andere erleiden eine virale Lungenentzündung, dem schweren Verlauf. Mögliche Symptome können sein: Atemnot, Fieber, Husten, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Sicherheit bringt nur ein Test.

Grippe-Impfung für Risikogruppen

Gerade Risikogruppen rät das Robert-Koch-Institut dazu, sich impfen zu lassen. Die Impfquoten seien seit Jahren zu niedrig. Die Risikogruppen der Influenza und die von Corona seien sehr ähnlich. Gerade während der Grippewelle kann eine Impfung so schwere Grippeverläufe verhindern und in Zeiten der COVID-19-Pandemie Engpässe in Krankenhäusern vermieden werden. Auch Gesundheitsminister Spahn rät Risikogruppen, sich impfen zu lassen, denn eine größere Grippewelle und die Pandemie gleichzeitig verkrafte das Gesundheitssystem nur schwer. Von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit heißt es, man habe für dieses Jahr über 26 Millionen Impfstoff-Dosen besorgt. In der vergangenen Saison waren es nur 14 Millionen. Dieses Jahr stehen also fast doppelt so viele Dosen zur Verfügung.

Quellen

7.12.2020 – Impfstoff – nicht aufgeführt

21.12.2020-Corona-Impfstoff- nicht aufgeführt

Über den Autor

l.trapp

Lena Trapp, RJO-Studentin Lena Trapp hat dieses Jahr ihr Abitur gemacht und studiert nun Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Nebenbei fotografiert sie gerne.