Wie Corona Maßnahmen die Psyche belasten

Corona Maßnahmen- Gefahr für die Seele

„Jeder Kontakt der nicht stattfindet ist gut“, appelliert Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Deutschen. Dabei belasten Corona Maßnahmen nicht nur die Psyche sondern stellen auch eine Gefahr für den Körper sondern auch für die Psyche dar. Denn was nützt der gesunde Körper, wenn die getroffenen Beschlüsse tiefe Narben in der Menschlichen Seele hinterlassen. Der Virus kann nicht nur schwere körperliche Schäden mit sich bringen. Die Corona Maßnahmen stellen auch eine Gefahr für die Psyche dar. Trotzdem sind Psychische Krankheiten immer noch ein Tabu Thema, vor allem wenn es darum geht eine Pandemie einzudämmen.

Eine verunsicherte Gesellschaft

Im Moment ist die gesamte Gesellschaft verunsichert. In einer sonst so durchstrukturierten Welt, die planbar war, bricht auf einmal die Stabilität weg. Durch Hamsterkäufe in den Supermärkten und Hygieneexzesse versuchen wir die Kontrolle zurück zu bekommen. Hinzu kommen dann noch Kurzarbeit, Jobverlust und Existenzängste, die die Gesellschaft beunruhigen. Das öffentliche Leben und somit das gesamte Menschliche Lebensumfeld befindet sich im Wandel. All diese Faktoren können bei gesunden, aber auch psychisch vorbelasteten Menschen zu Problemen wie  Angststörungen, Zwangsstörungen oder Depressionen führen.

Das Leiden der Risikopatienten unter Corona

Besonders Senioren müssen ihre Kontakte nun auf das Telefonieren beschränken

Eine Gesellschaftsgruppe, die besonders unter den Maßnahmen leidet sind die Risikopatienten. Zu ihnen gehören Menschen mit Chronischen Erkrankungen aber auch ältere Personen. Dabei müssen sie, um sich zu schützen, ihre Selbstständigkeit aufgeben. Aus diesem Grund lassen sie beispielsweise Angehörige für sie einkaufen. Geriater Dr. Thiem befürchtet, dass durch die Inaktivität ein Trainingsmangel entsteht. Dieser führt dazu, dass ältere Menschen in ihrer Körperlichen Fähigkeit enorm abbauen. Die Angst der Angehörigen ihre Lieben zu verlieren ist dabei allgegenwärtig. So entschließen sich viele ihre Familienmitglieder erst einmal nicht mehr zu besuchen um sie zu schützen. Senioren isolieren sich folglich immer mehr. Kontakte finden nur über Telefon oder Skype statt. Studien zeigen dabei, dass Einsamkeit zu frühzeitige Demenz und Depressionen auslösen kann. Mit zunehmender Vereinsamung geben sich diese Menschen selbst auf, ihnen geht der Antrieb verloren Alltägliches zu meistern. Empfohlen wird, die Angehörige unter Einhaltung des Abstandes und tragen einer Maske, trotzdem zu besuchen.

Die Psyche der Kinder muss geschützt werden

Doch auch die Jüngsten der Gesellschaft leiden. Kinder dürfen sich nur noch mit einem weiteren Spielkameraden treffen. Bei auffälligen Verhaltensänderungen sollten sie einen Kinderarzt aufzusuchen. Eine Studie des Universitätsklinikums Eppendorf zeigt, dass während der Pandemie das Risiko für psychische Auffälligkeiten von 18 Prozent auf 31 Prozent gestiegen ist. Außerdem ergab diese, dass 71 Prozent der befragten Kinder sich Psychisch Belastet fühlen. Die häufigsten Beschwerden von Kindern sind dabei Gereiztheit, Einschlafprobleme und Niedergeschlagenheit. Dabei belasten Corona Maßnahmen die Psyche von Kindern besonders, die aus sozial schwachen Familien gefährdet. Der einzige Trost, zumindest in Kita und Schulen können sie mittlerweile ihre Freunde sehen, wenn auch unter strengen Regeln.

Verschiedene Persönlichkeiten

Der Persönlichkeitsforscher Erik Müller beschäftigt sich dabei wie verschiedene Persönlichkeitstypen mit der Corona Krise umgehen. Introvertierte, solche Menschen also die eher ruhige Zuhörer, schüchtern und reserviert sind, leiden unter den Beschränkungen, da dies ihre gefühlte Isolation verstärkt. Die Behauptung, die vor allem gerade im Internet kursiert,  Introvertierte würden nicht unter Kontaktbeschränkungen leiden, ist falsch. Fehlender sozialer Austausch wirkt sich auf Dauer bei allen Menschen negativ auf die Psyche aus. Extrovertierte Persönlichkeiten, also aufgeschlossene und gesellige Menschen leiden dahingegen besonders unter den Folgen der Corona Maßnahmen für ihre Psyche.  Die Kontaktbeschränkungen belastet also auch diejenigen, die sonst sehr positiv ihr Leben meistern.

Zwei wichtige Faktoren um Corona Maßnahmen zu überstehen

Besonders wichtig ist integriert und wertgeschätzt zu werden

Besonders bedeutend wie sehr Corona Maßnahmen unsere Psyche belasten , zeigt sich nach dem Psychologen Peter Falkai nicht nur die Persönlichkeit sondern vor allem zwei Faktoren. Zu einem die Resilienz, er meint damit die Fähigkeit Flexibel auf eine komplett neue Situation eingehen zu können. Diese sei bei Menschen verschieden stark ausgeprägt. Ein zweiter Faktor seien die Ressourcen die eine Person besitzt. So sind fest angestellte, in die Gesellschaft gut integrierte Menschen mit intakter Familie, denen außerdem viel Wertschätzung entgegen gebracht wird, können mit der Situation bedeutend besser umgehen als ängstliche, alleinlebende und von Jobverlust Betroffene.

Wie man die Psyche schützen kann

Damit Corona Maßnahmen die Psyche nicht belasten, wird empfohlen sich zeitliche Ankerpunkte zu schaffen, umso Struktur beizubehalten, dazu sollte man versuchen die Vorteile der Maßnahmen zu sehen und sich selbst etwas Gutes zu tun. Denn eine gute Psychische Verfassung stärkt auch das Immunsystem. Der Psychater Arno Deister rät außerdem Menschen die sich an die Regeln halten Wertschätzung entgegen zu bringen und ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um die Gesellschaft weiterhin zu motivieren die Situation gemeinsam durchzustehen. Außerdem rät er die neuen Technologischen Möglichkeiten zu nutzen und mit seinem Umfeld so durch Skype, Zoom oder Telefon in Kontakt und Austausch zu bleiben.
Denn auch wenn wir viel aus der Krise lernen können und sich das Leben entschleunigt, es wird wohl nicht mehr so sein wie vorher.


20.12.2020- Nicht aufgeführt

Über den Autor

Kim Walter

RJO Studentin der HS Ansbach