Die Black Lives Matter Bewegung

Black Lives Matter Bewegung

Eine Positionsänderung, die gerade erst begonnen hat…

Die Geschichte der revolutionären Black Lives Matter Bewegung

Ein jeder kennt die Black Lives Matter Bewegung. Doch deren Ursprung kennen nur die wenigsten. Deshalb möchte ich Ihnen die Geschichte ein Stück weit näher bringen.

Es war der 12. Februar 2012. Nach einem Süßigkeiteneinkauf wurde der damals 17-jährige Trayvon Martin von dem Nachbarschaftswächter George Zimmermann erschossen. Er feuerte die Schüsse auf ihn, weil er einen Kaputzenpulli trug und somit wie ein potentieller Verdächtiger auf den Mann wirkte.

Der Wachtmann verklagte die Familie des Afroamerikaners vor Gericht. Er behauptete, dass Falschaussagen getätigt wurden. Deshalb verlangte er 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz. George Zimmermann wurde daraufhin für die Tötung von Trayvon Martin freigesprochen.

Dieser Fall löste in den USA eine riesige Debatte aus, wobei es zu Demonstrationen im ganzen Land kam. 2013 riefen die drei Aktivistinnen Alicia Garza, Patrisse Cullors und Opal Tometi daraufhin den Hashtag #BlackLivesMatter ins Leben und waren somit Mitgründerinnen der Bewegung.

Seither ist es diese revolutionäre Bewegung, die auf die Gleichberechtigung von Schwarzen und People of Color abzielt.

Wofür steht BLM eigentlich?

Black Lives Matter bedeutet übersetzt: „Schwarze Leben zählen“.

Menschen afroamerikanischer Abstammung und mit verschiedenen Hautfarben sind immer noch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens benachteiligt. Der Begriff BLM wird deshalb verwendet, um darauf aufmerksam zu machen.

Die Bewegung wendet sich daher gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Schwarze und People of Color.

Black Lives Matter: „I can´t breathe!“- Ein Satz der viele Menschen berührt

Am 25. Mai 2020 ereignete sich der Todesfall George Floyd in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota. Der afroamerikanische Mann wurde vor laufender Kamera gewaltsam von Polizisten festgenommen.

Mehrere Polizeibeamten hielten Floyd am Boden. Einer drückte dabei sein Knie auf den Hals des Mannes. Nach einer Weile verlor Floyd das Bewusstsein. Die Beamten leisteten keine Erste Hilfe. Ein Krankenwagen war zu dem Zeitpunkt schon verständigt, jedoch ohne die Angabe, dass es ein Notfall sei. Dies wurde zu einem späteren Zeitpunkt deklariert.

George Floyd hatte zu diesem Zeitpunkt schon fast 30 Mal angegeben, dass er nicht atmen könne. (Zu Englisch: „I can´t breathe“.) Im Krankenhaus blieben mehrere Wiederbelebungsversuche erfolglos.

Vor allem die Anzahl der Male, die Floyd den Beamten mitgeteilt hatte, dass er keine Luft bekommt, schockierte die Menschen.

Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt auf der ganzen Welt konnte man immer wieder Schilder mit dem Spruch: „I can´t breathe“ darauf stehen sehen. Es ist ein Satz, den man wohl nie vergessen wird. Dieser wird ab nun wohl immer mit der Black Lives Matter Bewegung in Verbindung gebracht werden und darauf aufmerksam machen, dass noch einiges getan werden muss, um frei von Rassismus und Diskriminierung zu sein.

Was hat sich seit BLM alles verändert?

Es gab seit der Veröffentlichung des Hashtags #BlackLivesMatter im Juli 2013 schon einige kleine Veränderungen, um der Gleichberechtigung ein Stück weit näher zu kommen.

In Amerika wurden deshalb neue Gesetze für Polizeireformen auf bundesstaatlicher und lokaler Ebene verabschiedet. Einige US-amerikanische Städte haben seit dem Tod von George Floyd den Würgegriff verboten. Zudem wurde in einigen Bundesstaaten die Nutzung von Tränengas untersagt.

Denkmäler, die rassistischen Figuren der US-Geschichte verkörpern wurden entfernt. Dazu gehören Statuen von Christopher Kolumbus, Frank Rizzo, Captain Jay Brooks und noch viele andere.

Ebenso kam es zu einigen Maßnahmen der Wirtschaft gegen Rassismus. Beispielweise stoppte Amazon zeitweilig die Verwendung eines Gesichtserkennungsproduktes „Rekognition“ durch Polizeibehörden. Bei einer Firma Namens Johnson&Johnson wurde gegen Rassismus gearbeitet, indem sie den Verkauf von Hautaufhellercremes einstellten, da diese suggerieren, dass hellere Haut dunkleren Hauttönen vorzuziehen sei.

Seit dem tragischen Todesfall von George Floyd hat eine Art Umdenken in den Köpfen der Menschen stattgefunden. Es haben sich noch nie so viele previligierte Menschen an den Protesten der Black Lives Matter Bewegung wiedergefunden, wie seither. Mehrere Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner Rassismus für ein großes Problem hält und diese Proteste daher unterstützt.

Was kann man selbst gegen Rassismus und Diskriminierung tun?

Wichtig ist es, sich seiner selbst und den eigenen Privilegien bewusst zu sein. Das kann man machen, in dem man sein eigenes Leben auf Rassismus und Diskriminierung reflektiert.

Man sollte Betroffenen unbedingt eine Stimme geben und ihnen zuhören. Dass ist essenziell, damit sie sich klar positionieren können und somit Bewusstsein geschaffen werden kann.

Es ist wichtig sich in dem Kontext Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Schwarze und People of Color weiterzubilden. Das kann man machen, indem man sich regelmäßig mit der Thematik auseinandersetzt. Beispielsweise durch das Hören von Podcasts, das Lesen von Büchern oder ganz einfach Videos dazu anzuschauen, die darüber informieren.

Wenn sich nahestehende Personen aus der Famile oder dem Freundeskreis rassistisch oder diskriminierend äußern, dann sollte man sie darauf hinweisen.

Zum Schluss muss man sich merken: Über die Black Lives Matter Bewegung sollte nicht nur dann berichtet werden, wenn ein schlimmer Todesfall oder ähnliches passiert ist. Es ist eine Thematik, über die immer gesprochen werden muss, weil Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt für viele Menschen der Alltag ist. Nur, weil man selbst nicht davon betroffen ist, ist es nicht einfach eine Sache, die nur von Zeit zu Zeit aufgegriffen werden darf.

Es soll nicht erst ein Menschenleben umkommen, damit ein Umdenken stattfindet!

21.12.2020 – ohne Platzierung

Über den Autor

Anna Mollik

Ich bin Anna :) Ich liebe es neue Leute kennenzulernen und einen Einblick hinter die Kulissen zu bekommen. Ich möchte Menschen mit Reportagen erreichen und würde gerne in einem eigenen Podcast über gesellschaftskritische Themen sprechen.