E-Sport: Die neue Generation Sport

In letzter Zeit dringt immer mehr eine neue Generation von Sport in den Vordergrund der Berichterstattung – der sogenannte E-Sport. Nahezu jeder junge Mensch hat schon Erfahrungen in Sachen Videospiele gemacht. Ob zum Zeitvertreib ein bisschen „zocken“ oder am Abend mit Freunden zusammen zu spielen. Vor allem viele junge Leute spielen gerne Videospiele. Doch das ist nicht nur eine Entwicklung der Neuzeit, auch schon früher wurde am Spielautomaten oder am Gameboy die Zeit vertrieben. Spiele wie Tetris, Donkey Kong oder Super Mario begeisterten viele Kinder und Jugendliche.

Entwicklung der Videospiele

Doch der eigentliche Beginn der Entwicklung von Videospielen liegt in den 1950er Jahren mit dem mathematischen Nim-Spiel und dem Tic-Tac-Toe-Spiel. Was man unter dem heutigen E-Sport jedoch versteht, liegt damals noch in weiter Ferne. In den 70er Jahren gab es die ersten elektronischen Speilautomaten, auf denen auch das erste erfolgreiche Spiel „Pong“ gespielt werden konnte. Die Spielautomaten standen sowohl in Spielhallen als auch in Eingängen von Supermärkten und anderen öffentlichen Orten. Ab den 1980er Jahren entstanden dann die ersten Home- und Personal Computer (PC) und Spielekonsolen. Und mit dem Gameboy gab es zum ersten Mal eine mobile Möglichkeit Videospiele zu spielen. Seit Mitte der 90er gibt es die PlayStation, auf deren Weiterentwicklungen heute unter anderem unsere E-Sportler ihre Wettkämpfe bestreiten. Später kamen dann auch von Nintendo der GameCube und von Microsoft die Xbox dazu. 

Tetris auf einem Nintendo DS, das bringt auch Familienväter in ihre Zeit als Kind zurück.

E-Sport in der heutigen Zeit

Vor allem auf Plattformen wie Twitch und Youtube, aber auch ab und zu im Spätprogramm diverser Fernsehsender kann man immer wieder bei Turnieren oder dem Training sogenannter „Progamer“ zuschauen. Sie sind professionelle Spieler, die mit ihrer Tätigkeit als E-Sportler ihren Lebensunterhalt finanzieren. Sie spielen zwar die alltäglichen Spiele eines „Zockers“, wie Fifa, Call of Duty, Fortnite, CS:GO und vielen anderen Versionen von Videospielen. Jedoch mit dem kleinen Unterschied, dass sie ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Im Jahr 2019 wurden insgesamt über 780 Millionen US-Dollar an Preisgeldern erspielt. Eine solche Summe zeigt schon, wie groß das Potential dieser „Sportart“ bzw. die Präsenz in der Welt hat. Denn die Preisgelder müssen finanziert werden. In großen Events, sowohl in Arenen als auch online, werden Spiele und Turniere ausgetragen. Und das mit einigen Sponsoren.

E-Sportler: Der pummelige Zocker daheim vorm Schreibtisch?

Das klassische Vorurteil gegenüber Gamern ist, dass sie daheim vorm PC oder der Konsole sitzen und zehn Stunden lang spielen, während sie Cola trinken und Chips essen. Doch damit weit gefehlt. Der E-Sportler von heute muss topfit sein. Neben einer guten Hand-Augen-Koordination braucht er sowohl Ausdauer als auch einen gesunden Körper. Denn wenn es um alles geht, braucht er alle Kraft und Energie, um den Sieg nach Hause zu fahren. Zudem bestehen viele Spiele nicht nur aus sinnlosem Geballere, sondern erfordern taktische Überlegungen und viel Verständnis vom Spiel. Ein Beispiel ist das Spiel League of Legends, bei dem es sich um ein Kampf-Strategie-Spiel handelt. 

Ein weiteres Vorurteil ist, dass Gamer Einzelgänger sind. Auch dieses Vorurteil hebeln E-Sportler komplett aus. Es gibt in der Szene einige Teams für jegliches Spiel. Mal wird in einer Gruppe aus vier bis fünf Spielern gespielt, manchmal im Duo-Team und oft alleine aber mit einem großen Anteil an der Gesamtwertung. Kommunikation und Teamfähigkeit sind somit Bedingungen zum erfolgreichen Abschneiden.

An den Controllern braucht es Fingergeschick und hohe Konzentration.

Kinder als professionelle Gamer

Viele Eltern legen Beschränkungen für die Zeit am PC oder der Konsole fest. Sowohl die „Verblödung“ durch Videospiele als auch die wenige Bewegung an der frischen Luft sind ausschlaggebende Argumente dafür. Doch was ist wenn man als 14-Jähriger plötzlich einen Vertrag von einem Profiteam angeboten bekommt? Bei dem jungen Dänen Anders Vejrgang war dies der Fall. Der Teenager spielt das Videospiel FIFA 21. Und das recht erfolgreich. Er dominiert in letzter Zeit die „Weekend-League“ mit einer Bilanz von 150 gewonnen Spielen und null Niederlagen. Eingefleischte Profispieler, wie dem FIFA-Weltmeister Mohammed „MoAuba“ Harkous, machten ihm in letzter Zeit keine großen Sorgen und er dominierte etliche Partien. Das blieb natürlich nicht unbemerkt. Seit September ist der spielstarke Däne bei der E-Sports-Abteilung von RB Leipzig unter Vertrag. Zwar darf er diese in der Liga noch nicht unterstützen, da dies erst mit 16 Jahren erlaubt ist, dennoch wird er in Zukunft für sie spielen.

Anders „RBLZ Anders“ Vejrgang aus Dänemark ist gerade einmal 14 Jahre alt und spielt bereits seit Jahren FIFA auf Top-Niveau. 

https://www.kicker.de/fifa-21-14-jaehriger-dominiert-die-esport-spitze-790080/artikel

Noch ein Nachtrag zu den beiden vorausgegangen Absätzen ist: vor allem FIFA Wettbewerbe beinhalten sowohl Partien auf der Playstation als auch auf der Xbox. Die Spieler müssen also mit beiden Konsolen umgehen und die beiden verschiedenen Steuerungen beherrschen. 

E-Sport auf verschiedenen Geräten

Turniere und Spiele in verschiedenen Ligen finden schon längst nicht nur noch auf PC und Konsole statt. Im Bereich Mobile-Gaming sind in den letzten Jahren zahlreiche Teams entstanden, viele Wettbewerbe ausgespielt und ein regelreicher Hype entstanden. E-Sport rückt somit immer weiter in den Vordergrund des internationalen Sportwettbewerbs.

Auch hier wurden hohe Preisgelder vergeben. Am stärksten hat das Spiel „Clash Royale“ an Zuwachs bekommen und recht bald nach Release eine starke Profiszene entwickelt. Genauso wie bei anderen Spielen gibt es hier verschiedene Teams, die durch Gehälter ihre Spieler finanzieren. 

Über den Autor

Jannik Schulz

Jannik, 20 Erstie in RJO in Ansbach