Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

von Max Benkert

Auf vielen Verpackungen steht „Made in Germany“ hergestellt in Deutschland. Wo kommen die Medikamente her? Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien.

Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

01. November 2020, 16:20

Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

Europa bei Medikamenten abhängig von Asien

Berichte zeigten im laufenden Jahr, dass es regelmäßig zu Engpässen von Medikamenten kam. Aufgrund der Kosten werden die Medikamente überwiegend in Asien hergestellt. Bei vielen Wirkstoffen haben China und Indien inzwischen fast eine Monopolstellung auf dem Weltmarkt. Nach Angaben von ZDF Zoom liegt der Wert der Importierten Waren nach Deutschland bei 80 Prozent. Dies hat viele Folgen rund um Umwelt und Menschen. Viele müssen darunter leiden, dass Geld gespart wird. Menschen in Asien leiden wegen der schlechten Bedingungen bei der Herstellung und der darauffolgenden Umweltbelastungen. In Europa kommt es ebenfalls zu einer Belastung der Umwelt. Viele Patienten leiden da Medikamente fehlen.

Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

Folgen der Medikamentenherstellung– Europa ist abhängig von Asien

Durch die Engpässe der Lieferungen fehlen teilweise lebenswichtige Medikamente für beispielsweise Patienten, die an Krebs erkrankt sind. Teilweise lag die Menge der Medikamente die nicht vorhanden waren in Apotheken bei circa 260 verschiedenen gleichzeitig. Die Bundesregierung hat zwar bereits eine Liste erstellt, für die Aufbewahrung von wichtigen Medikamenten.

Ob die Mengen reichen bleibt allerdings unklar. Da es im letzten Jahr auch ohne Corona-Krise bei einer großen Menge von Medikamenten zu Lieferengpässen kam. Es stellt sich die Frage wie sich die Lage Entwickeln wird bei einer langanhaltenden Krise. Auch wie sich die Lage entwickeln wird, falls Länder wie Indien oder China nicht mit dem Virus fertig werden. Falls diese Nationen entscheiden nicht mehr nach Europa zu Liefern oder ihre Produktion einstellen, haben die Menschen in Europa ein riesiges Problem.

Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

Sicherheit der Produktion – Europa in Abhängigkeit von Asien

Weitere Probleme ergeben sich bei der Qualitätskontrolle der Wirkstoffe. Eine Studie zeigte, dass 10 bis 30 Prozent der Arzneimittel aus Asien nicht wirkten. Auch verunreinigte Stoffe wurden bereits auf den Markt gebracht. Darüber braucht man sich auch nicht wundern laut Dr. Ulrike Holzgrabe. Wenn man für beispielsweise 20 Paracetamol einen Euro bezahlt kommt selbst bei der Antibiotika Expertin die Frage auf: Wo kann bei diesem Preis noch Qualität gewährleistet werden? Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien.

Umweltprobleme in Asien und Europa

Unteranderem muss die Umwelt in Asien stark darunter leiden. So wurde in Indien bereits im Jahr 2016 Wasserproben genommen. Die Proben zeigten deutliche Missstände. Das verunreinigte Wasser trägt zu der Entwicklung von multiresistenten Keimen bei.

Doch auch in Deutschland gelangen viele Wirkstoffe durch die Landwirtschaft und durch die Medikamentenherstellung in die Umwelt. In der Landwirtschaft geschieht dies durch die Tiere die Medizin erhalten haben. Die Gülle der Tiere gelangt in die Umwelt und enthält die verabreichten Wirkstoffe der Medikamente. In der Medikamentenproduktion und in Krankenhäusern geschieht dies durch das Abwasser. Einerseits bei der Herstellung andererseits nach der Verabreichung von beispielsweise Antibiotika an Patienten. In einer NDR- Recherche untersuchten Forscher Badeseen, verschiedene Flüsse und Bäche in Niedersachsen

In Zwölf der Untersuchten Gewässer wurden Multiresistente Keime gefunden. Das heißt Tiere müssen weniger Medikamenten erhalten laut der Grünen Gesundheitspolitikerin Cordula Schulz-Asche. Auch Medikamentenproduzenten und Krankenhäuser müssen sich besser auf das Abwassersystem einstellen. Es ist kaum machbar, das Abwasser in den Kläranlagen, von den Erregern zu reinigen. Eine Spezialtechnologie ist dafür nötig. Um die Reinigung des Wassers durchzuführen, braucht man diese Technologie. Laut Martin Weyand vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft würde der Vorgang der Reinigung die Abwassergebühren um mindestens 25 Prozent erhöhen. Seiner Meinung nach liegt die Verantwortung eher in der Hand der Herstellungsbetriebe und der Krankenhäuser. Wenn die Stoffe nicht mit dem Wasser in Berührung kommen, muss man es nicht reinigen.

Umweltprobleme durch die Produktion

Verschieden Wirkstoffe von Medikamenten wurden im Abwasser von Indien festgestellt. In den Gewässern wurde eine hundert oder teils tausendfach höhere Konzentrationen der Wirkstoffe wie sie in Deutschland erlaubt sind gefunden. Die schlechten Abwasserfiltersysteme in den Fabriken tragen dazu bei. Die Wirkstoffe kommen fast ungefiltert in die Umwelt.

So infizieren sich immer öfter Personen in beispielsweise Indien mit Multiresistenten Keimen. Auf die Betroffenen wirken herkömmliche Wirkstoffe von beispielsweise Antibiotika nicht mehr. Die Behandlung der Menschen gestaltet sich somit extrem schwierig. Neue Medikamente müssen erst entwickelt und getestet werden. Die Patienten haben meist keine Zeit für diesen langwierigen Prozess. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich rund 700 000 Menschen an den „Supererregern“.

Europa ist bei Medikamenten abhängig von Asien

Produktion zurück nach Europa

Natürlich gestaltet sich die Produktion in Europa von Arzneimitteln schwieriger. Schätzungen von Dr. Ulrike Holzgrabe zu Folge wird die Rückholung der Produktion mindestens Zehn Jahre dauern. Expertenmeinungen nach wären die Ausgaben acht bis neunmal so hoch wie die Herstellung in den asiatischen Ländern. Angesichts der Krise würde die Verlagerung aber absolut Sinn ergeben. Auch wenn es mehr Ausgaben zur Folge hat. Europa steht in einer Abhängigkeit zu Asien.

Niemand möchte eine Herstellung die schlecht für die Umwelt ist. Außerdem hat der Mensch ein Problem wenn herkömmliche Arzneimittel nicht mehr wirken. Mit einer Produktion in Europa ist die Wahrscheinlichkeit einer besseren Versorgung gegeben. Sie ist zuverlässiger für die Bevölkerung. Günstige Anfertigung schadet dem Planeten und der Menschheit. Dies ist keine dauerhafte Lösung. Nur aus wirtschaftlichen Gründen zu handeln schadet den Generationen nach uns.

„Nur aus wirtschaftlichen Gründen zu handeln wird den Generationen nach uns schaden.“

Benkert

Bilodnachweis:

Lizenz: CC BY-SA2.0

Medikamentenabhängig platzierung: 99

Über den Autor

m.benkert

Max Benkert ist ein junger Autor welcher momentan Journalismus studiert. Vor diesem Karriereweg hat er bereits die Ausbildung zum Orthopädietechniker gemacht und arbeitete in diesem Beruf 2 Jahre .