iPhone 12 und 12 Pro im Teardown

iPhone 12 und 12 Pro im Teardown

Akkugröße, Reparierbarkeit und 5G

Jedes Jahr zum Release neuer Apple-Geräte kümmert sich das Team von „iFixit“ um die Innereien der neuen Gerätschaften. Dieses mal sind iPhone 12 und 12 Pro im Teardown. Neben all den Nerd-Fakten wie etwa die Größe des Akkus geht es iFixit in erster Linie darum, die „Reparierbarkeit“ der neuen iPhones zu dokumentieren.

Dazu gehört eine Anleitung, wie das Gerät geöffnet und im Zweifel repariert werden kann. Aber auch, welches Werkzeug dazu benötigt wird. iFixit kann in Sachen iPhone-Teardown als absoluter Platzhirsch in der Szene angesehen werden.

Der neu verbaute Akku ist kleiner als im Vorgänger

Wir starten mit einem Detail, das letztlich nicht nur die Nerds interessieren dürfte: die Größe des Akkus. Sicher lässt sich aus der bloßen Größe des Akkus noch keine Vorhersage für das tägliche Durchhaltevermögen des iPhones treffen, jedoch fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Die Kapazität des neuen Akkus fällt mit 2.815 mAh um knapp 300 mAh kleiner als beim Vorgänger dem iPhone 11 aus.

Doch wer bereits iPhone-User ist weiß, dass die nackten Zahlen nicht unbedingt ausschlaggebend sind, wenngleich der Traum von einer deutlich längeren Benutzung geplatzt ist. Zudem kommt der neu verbaute Übertragungsstandard 5G ins Spiel, der als „Akku-Killer“ gilt. Zuverlässige Aussagen können jedoch erst nach einer Nutzung von circa zwei Wochen getätigt werden.

NASA Technologie für die Hosentasche – der LiDAR-Sensor

Der LiDAR-Sensor ist eines der Hauptargumente für das neue iPhone 12 Pro. Das iPhone berechnet mit Hilfe dieses Sensors die Zeit, wie lange das Licht braucht, um von einem Objekt reflektiert zu werden, und kann so eine Tiefenkarte der Umgebung erstellen. Damit wird Augmented Reality auf das nächste Level gehoben.

Doch auch während der Fotografie spielt der LiDAR-Sensor seine Stärken aus. So lassen sich dank LiDAR und dreifach Kamera nun auch Porträts im Nachtmodus erstellen. Dank der Tiefenkarte erkennt das iPhone nun auch bei schlechten Lichtverhältnissen Objekte im Vordergrund und kann so den Hintergrund unscharf darstellen.


Viel Licht im Schatten – das iPhone überzeugt bei dunklen Bedingungen

Die Kameras in den iPhones vergangener Jahre waren immer gut bis sehr gut. Leider hatte das Kamerasystem im iPhone immer mit „low light“ Szenen zu kämpfen. Dieses Problem will Apple nun unter anderem mit Hilfe des LiDAR-Sensors behoben haben. Die erste Veränderung fand in der Linse statt. Bei einer Brennweite von ƒ1.6 erfasst der neue Sensor 27% mehr Licht. Das führt zu längeren Verschlusszeiten aber auch zu helleren Bildern. Des Weiteren nimmt die neue optische Bildstabilisierung 5.000 Anpassungen in der Sekunde vor. Die führt zu deutlich weniger Bildrauschen bei geschossenen Fotos. Der LiDAR-Sensor unterstützt das Kamerasystem beim Fokussieren. Bis zu 6x schneller findet der Sucher bei unterbelichteten Motiven sein Ziel.

Maximale Ergebnisse allerdings nur im iPhone 12 Pro Max

Wer allerdings maximale Ergebnisse aus dem iPhone bekommen möchte, muss zum großen Bruder des iPhone 12 Pro greifen – dem iPhone 12 Pro Max. Mehr Platz bedeutet hier auch mehr Licht und auf dem Foto mehr Details. Der Sensor im iPhone 12 Pro Max ist um 47% größer. Zusammen mit den 1,7µm großen Pixeln führt dies zu wirklich beeindruckenden Ergebnissen. Die optische Bildstabilisierung im Max wurde auch erweitert. So wird nicht mehr die ganze Linse bewegt, sondern lediglich der Sensor, was noch mehr Stabilität bedeutet. Diese Art der Bildstabilisierung kannte man bisher nur von Spiegelreflexkameras.

Neue alte Ladetechnik. MagSafe ist zurück.

Der Ladestandard „Qi“ ist keine Neuheit. Apples Umgang damit jedoch allemal. Apple führt mit dem „MagSafe“ ein bei den aktuellen MacBook-Modellen vermisstes Feature ein, mit dem sich der Ladestecker magnetisch auf der Rückseite des Geräts anbringen lässt. Möglich macht dies ein Magnet-Ring, der erst durch ein Röntgenbild sichtbar wird.

Theorie und Praxis gehen beim MagSafe jedoch auseinander, denn theoretisch sollte sich das iPhone doppelt so schnell als mit einem herkömmlichen Qi-Ladegerät laden. Apples Version des Qi-Ladegerät lädt mit 15W, was nun zur Annahme führt, dass das iPhone auch doppelt so schnell geladen wird. Nicht ganz – während Apples Ladegerät von 0 auf 50% 60 Minuten benötigt, schafft es ein schwächeres Ladegerät immerhin in 90 Minuten. Somit ist Apples Ladevariante schneller, könnte aber noch schneller sein.

Doppelt bis 40-mal so schnell: Die neue Mobilfunktechnik 5G

Eins der wohl ersehntesten Features im neuen iPhone 12 und 12 Pro ist 5G. Damit lassen sich Übertragungsraten von bis zu 1.200 Mbit/s erreichen, und das Stand jetzt. In Zukunft können unter optimalen Bedingungen 20.000 Mbit/s erreicht werden. Im Vergleich zum aktuellen Standard LTE, mit dem bis zu 500 Mbit/s erreicht werden können, ist das ein großer Schritt:

Speedtest und Vergleich: 5G vs. LTE

Fazit und Reparierbarkeit

Das iPhone 12 und 12 Pro bringen viele Neuerungen mit sich, die nicht nur den wirklichen Apple-Fans gefallen dürften. Denn schnellere Mobilfunktechnik, magnetisches Laden und der LiDAR-Sensor bringen wirkliche Verbesserungen im Alltag. Und da die gerade genannten Funktionen ohne Vorwissen und automatisch vom Start weg funktionieren, dürften sich alle Nutzer der neuen iPhones freuen.

Was die Reparierbarkeit angeht, vergibt iFixit 6 von 10 möglichen Punkten. Positiv aufgefallen ist, dass die wichtigsten Komponenten modular aufgebaut und leicht zu erreichen sind. Probleme könnte das Glas bereiten, denn sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite bestehen aus Glas. Sollte die Rückseite des iPhones brechen, muss das ganze Chassis ausgetauscht werden.

07.12.2020 – iPhone 12 und 12 Pro im Teardown – Platz 98

16.12.2020 – iPhone 12 und 12 Pro im Teardown – Platz 30

Über den Autor

Daniel Hack

Mein Name ist Daniel Hack und man würde mich am besten als "Digital Native" bezeichnen. Mein Interessensgebiet ist breit gefächert, jedoch fast immer im Zusammenhang mit Technik. Zu meinen Größten Interessen gehören Gaming, Fußball und der Kosmos Rund um "Apple". Außerdem durfte ich schon 4 Jahre im Online Marketing arbeiten, kann also einige Erfahrungen vorweisen.