Biden vs. Trump

Das Rennen ums Weiße Haus-Joe Biden oder Donald Trump?

Am Dienstag entscheiden die USA wer ihr Anführer für die nächsten 4 Jahre sein wird. Der amtierende republikanische Präsident Donald Trump der beinahe ununterbrochen von Skandal zu Skandal springt oder der ehemalige Vizepräsident unter Obama Joe Biden. Wer wird das Rennen um das mächtigste Amt der Welt gewinnen?

Wer tritt eigentlich an ?

Über Donald Trump gibt es nicht viel zu sagen, zumindest nichts was überraschen würde. Ein Präsident der sich auf Twitter abreagiert , offen über sexuelle Belästigung von Frauen spricht und öffentlich Rechtsradikale und Rassisten in Schutz nimmt. Kein Tag geht vorüber ohne Schlagzeile die sich mit „Trump“ schmückt. Aber wer ist sein demokratischer Gegenkandidat Joe Biden. Den meisten ist er bekannt als Vizepräsident von Barack Obama. Aber ist Biden nur ein „Trittbrettfahrer“ Obamas oder steht der er für eine neue amerikanische Politik?

Der amtierende Präsident Donald Trump
Sein Herausforderer Joe Biden

Joe Biden- Ein Mann des Volkes ?

Warum entscheiden die Demokraten sich jetzt für den bereits 77-Jährigen, während sie auf jüngere neue Gesichter wie Andrew Yang hätten zurückgreifen können. Die Antwort mag simpel klingen und zwar weil sie es auch ist: Biden ist ein klassischer „Mann des Volkes“, denn nicht umsonst wird er auch Sympathic Joe genannt. Er besucht Trauerfeiern gefallener US-Soldaten, teilt seine eigenen Erfahrung mit Tod und Verlust mit der Öffentlichkeit und gibt sich als Familienmensch. Ob das jedoch ausreicht um Trump aus dem Oval Office zu vertreiben, wird sich noch heraustellen.

Wie gefährlich ist diese Wahl ?

Selten war eine Wahl in den USA von derart starken politischen Gegensätzen geprägt wie die zwischen Trump Biden . Es scheinen zwei Extreme gegeneinander zu stehen und Trump machte bereits deutlich dass er eine Niederlage nicht akzeptieren werde. Solche Aussagen befeuern weiter rechtsradikale Gruppen und Milizen, wie etwa die „Proud Boys“, die mit Sturmgewehren bewaffnet bei politischen Kundgebungen auftauchen. So ist es wenig überraschend , dass sich die Amerikaner vor der Wahl reichlich mit Waffen eindecken.

Ein Vertreter der Proud Boys bei einer Demonstration in Virginia.
Der Spruch unter der Schlange bedeutet übersetzt „Tod den Tyrannen“.

Wer wird das Rennen machen ?

Bis jetzt liegt Biden mit etwas Abstand vor Trump, doch trotzdem wird es nochmal spannend am 3. November, den die Wahlen werden oft durch die „Swing States“ entschieden, also Bundesstaaten die nicht eindeutig von Republikanern oder Demokraten dominiert werden. Trump sollte nicht unterschätzt werden, denn auch vor 4 Jahren hatte niemand mit Trump als Gewinner gerechnet.

Aus den Umfragen wird klar: noch liegt Biden vor Trump
In den „Swing States“ liegt Biden ebenfalls leicht vorn

Joe Biden ist der Sieger- Was jetzt ?

Joe Biden wird ist der designierte Präsident der USA. Doch was bedeutet der Wahlsieg des Demokraten für die USA und die Welt. Joe Biden will die USA wieder einen, die „Seele Amerikas wiederherstellen“, doch leichter gesagt als getan. Noch hat sein Widersacher, der Amtsinhaber Donald Trump nicht aufgegeben. Etliche Klagen und Forderungen von Neuauszählungen folgten auf den Wahlsieg Bidens. Trumps Versuche die Macht zu behalten werden mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Doch Trump hinterlässt verbrannte Erde. Biden steht also eine schwierigen Aufgabe gegenüber.

Trump hinterlässt verbrannte Erde

Ein schwieriges Erbe für Joe Biden

Kaum ein Machtwechsel scheint bereits jetzt so historisch wie der , der uns bevorsteht. Selten hat ein Präsident das Land so gespalten wie Donald Trump und selten waren die Fronten so verhärtet. Die Corona-Krise und die Black Lives Matter- Bewegung haben die Vereinigten Staaten so gespalten wie es zuletzt 1865 der Fall war. Der Vergleich wirkt radikal, doch ist er angebracht. Denn er hat klar Stellung bezogen und zwar für die „falsche Seite“. Richtig und Falsch liegt normalerweise im Auge des Betrachters, aber in der freien Welt ist sind diejenigen die für Rassismus, Seximus und Intolerant stehen, klar auf der falschen Seite. Hinzukommt kommt Trumps Corona-Politik, die bereits abertausende Leben gefordert hat, sowie die Black Lives Matter- Bewegung. Trump hat während all dieser Ereignisse nicht mal den Versuch unternommen die Bevölkerung zu einen, wahrscheinlich hätte er es nicht mal mehr geschafft. Biden wird also eher einen Wiederaufbau der USA in Angriff nehmen müssen. Er kann keine Kutsche lenken, wenn beide Pferde in unterschiedliche Richtungen laufen.

Die USA und Europa- Eine eingestürzte Brücke ?

Das Verhältnis von Europa und den USA hat unter Präsident Trump schwer gelitten. Trump blieb zumindest in Hinsicht auf Europa seinem Motto „America First“ treu, sei es durch höhe Zölle auf Importwaren oder durch Truppenabzüge. Sogar mit einem Austritt aus der NATO drohte Trump. Er behandelte Europäische Union mehr als Konkurrenten , ja fast wie einen Feind. Doch sind die USA und Europa seit Ende des zweiten Weltkrieges die Repräsentanten der freien Welt. Man muss sich natürlich nicht in allem einig sein, doch man sollte meinen, dass die EU und die USA geschlossen und als eine Einheit zu den wichtigen Themen dieser Zeit stehen, zum Beispiel im Bezug auf die Klimakrise. Doch Euopa kann langsam aufatmen. Zwar wird mit Biden nicht sofort wieder alles in Ordnung kommen, jedoch macht Biden einen deutlich diplomatischeren Eindruck.

Ein farbloser Präsident ?

Die Ergebnisse der Wahl haben noch einmal deutlich gemacht, was bereits im Vorfeld an der Aufstellung Bidens kristisiert worden war. Es reicht nicht, nur nicht Donald Trump zu sein. Denn auch wenn sich Trump und Biden politisch nicht stärker unterscheiden könnten, haben sie am Ende eines gemeinsam: Sie sind beide weiße, alte Männer. Die Republikaner dürfen das, immerhin sind sie die konserative, die „ alles bleibt so wie es ist“ Partei. Ihre Wähler wollen und brauchen kein große Veränderung oder Fortschritt. Die Demokraten aber eben schon. Seit Beginn der 2000er standen die Demokraten mit Kanditaten wie Al Gore, Barack Obama oder Hillary Clinton für Fortschritt und Veränderung. Die Kandidaten boten allein durch ihre Hautfarbe oder Geschlecht etwas neues für das Oval Office. Das fehlt Joe Biden. Er ist deswegen Kandidat, weil er eben nicht Trump ist und weil er der Vizepräsident Obamas war. Sein Auftreten strahlt den ebenso wichtigen Fortschrittsgedanken nicht aus und das braucht er nicht. Biden muss nicht für Fortschritt stehen. Die USA brauchen jetzt keinen Visionär, sondern einen Macher , einen der den Karren aus dem Dreck zieht. Er muss die Uhr in den USA erst einmal auf null stellen, dann kann über Fortschritt geredet werden.

Bildnachweis:

07.12.2020 – Joe Biden Donald Trump – >100

22.12.2020-Joe Biden – 97

Über den Autor

Oliver Friedrich

Oliver Friedrich studiert seit 2020 Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach, mit dem Ziel ab dem 3. Semester den Schwerpunkt Politik & Wirtschaft zu wählen.