Know-how: Veganismus – Einmaleins

Kleines Einmaleins des Veganismus

Definition

Was genau bedeutet es eigentlich vegan zu leben? Mit diesem Einmaleins des Veganismus kannst du dir zumindest einen kleinen Überblick über das Thema machen. Laut der Tierrechtsorganisation „People fort he Ethical Treatment of Animal“ kurz PETA sind Veganer, Menschen, die auf jegliche Tierische Produkte verzichten. Dazu gehören vor allem Nahrungsmittel wie Fisch, Fleisch, Eier oder auch Honig und alle Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark. Aber auch Materialien wie Wolle, Leder oder Daunen stammen von Tieren und werden somit vermieden. Viele Veganer entschließen sich schlussendlich auch auf bestimmte Kosmetika zu verzichten, oder diese zu wechseln. Denn in dieser Branche sind neben tierischen Inhaltsstoffen in Produkten wie:  Shampoos, Lippenstiften oder Gesichtscremes auch Tierversuche noch an der Tagesordnung. Aber mittlerweile gibt es zahlreiche Alternativen, die ganz ohne Tierversuche und ohne tierische Inhaltsstoffe produzieren.

So gibt es zum Beispiel von der veganen Marke „Alterra“ bereits Produkte in der Drogerie zu kaufen.

Natürliche Inhaltsstoffe sind wieder modern.

Zusammengefasst verzichten Veganer also auf alle Produkte, die eine Ausnutzung von Tieren mit sich ziehen oder an sich tierische Stoffe beinhalten.

Gründe für eine vegane Lebensweise

Natürlich hat jeder seine individuellen Gründe, weshalb er sich für diese Art zu leben entscheidet. Aber grob kann man sagen, dass sich die meisten Veganer aufgrund der ethischen Motivation dahinter, der gesundheitlichen Vorteile und des Umweltschutzes dazu entschließen.

Auch Schweine werden in der Massentierhaltung auf engstem Raum gehalten.

Unter der ethischen Motivation versteht sich, dass das quälen und ausnutzen der Tiere vermieden werden soll. Das bezieht sich vor allem auf die Massentierhaltung. So ist es laut dem Tierschutzbund schon die Regel, dass zum Beispiel in der Geflügelhaltung mindestens 100.000 Legehennen, Zehntausenden Masthühnern und Puten in einem Betrieb unterkommen. Dabei spielt vor allem die Art und Weise der Tierhaltung eine Rolle. Denn in großen Tiergruppen können sich keine stabilen Rangordnungen bilden, was zu Stress bei den Einzeltieren und Kämpfen unter einander führt, so der Tierschutzbund. Damit die Produktionskosten und anschließend der Verbraucherpreis so niedrig wie möglich gehalten werden kann, werden alle Tiere auf möglichst engem Raum gehalten.  Dies führt zu starken Verhaltensmissbildungen der Tiere, welche sich schließlich in Aggressivität, Ängstlichkeit bis hin zu Kannibalismus äußert.

Einmaleins des Veganismus erklärt dir die Auswirkungen

All das hat natürlich auch negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit der Tiere und schlussendlich auch auf die der Verbraucher. Somit können sich Gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen laut der Albert-Schweitzer-Stiftung vor allem in Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkenntlich machen. Ebenfalls werden Tiere in der Massentierhaltung meist mit Antibiotika vollgepumpt, damit sie nicht krank werden. Dies hat zur Folge, dass der Mensch, wenn er das Fleisch dieser Tiere isst, eine Antibiotika-Resistenz aufbauen kann.

Der dritte Aspekt für eine Vegane Ernährung ist der Umweltschutz. Vor allem die Viehhaltung trägt einen beachtlichen Teil zum Klimawandel bei, durch die Rinderhaltung werden Unmengen an Methan und Lachgas ausgestoßen. Zum anderen werden durch den hohen Bedarf an Futtermittel für Geflügel, Schwein etc. riesige Flächen an Urwäldern gerodet, um dort Futter wie Soja anzubauen. Dies führt zur Zerstörung Ökosystems und der Minimierung der natürlichen Ressourcen.

Die Entstehung des „Trends“

Der Begriff Vegan ist heute kaum noch wegzudenken, aber was war davor? Das kleine Einmaleins des Veganismus erzählt es dir.

Viele denken, Veganismus ist ers im vergangenen Jahrzent in die Köpfe der Menschen geraten. Das stimmt aber nicht. Die Lebensweise bereits vor hunderten von Jahren begonnen. Angefangen hat es zunächst mit der Vegetarischen Ernährung. Das soll bereits im alten Griechenland, rund 600 vor Christus praktiziert worden sein, so „Veganblatt“. 1944 hat der Engländer Donald Watson die „Vegan Society“ gegründet, da ihm der Vegetarismus nicht ausreichte. Seitdem hielt sich diese Lebensweise meist im Untergrund und erlebte erst im Laufe der letzten Jahre ihren Aufschwung. Durch den plötzlichen Hype gehen viele zunächst nur von einer Trendwelle aus. Auch die Studie „New Veganism: Mode, Hype – oder echte Konsumströmung?“ stellte dies 2013 in Frage. So fasste die Gesellschaft für innovative Marktforschung (GMI) dabei zusammen, dass die Werte des „neuen“ Veganers vielmehr pragmatischer Natur sind. Sie haben weniger mit den ursprünglichen Verzichtsgeprägten Absichten des Veganers zu tun.

„Das Image des Veganers hat sich gewandelt, vegan hat heute auch zu tun mit trendy sein und mit Lifestyle“.

So die Research Managerin und Food-Expertin Julia Eymann von GIM, bei einem Interview mit Bayern 3.

Das Bild des typischen Öko-Veganers gibt es also nicht mehr, aber aktuelle Zahlen zeigen, dass sich der vermeintliche Trend wohl noch eine ganze Weile halten wird.

Veganismus in Deutschland

Laut aktueller Befragung der „Skopos Group“ leben zurzeit circa 1,3 Millionen vegane Menschen in Deutschland. Im Vergleich dazu waren es nach dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel im Jahr 2008 nur rund 80.000. Man kann also deutlich sehen, dass sich immer mehr Menschen hier in Deutschland mit der Lebensweise des Veganismus auseinandersetzen.

Stars wie: Sängerin NENA oder Comedian Kaya Yanar dienen als Vegan-Vorbild in Deutschland. Kaya Yanar macht sich jetzt auch für PETA stark und verrät dort in einem Video.

Auch die deutsche Rock-Ikona NENA hat sich für eine rein pflanzliche Ernährung entzschieden.

„(…) Seit einem halben Jahr lebe ich jetzt vegan, und es tut mir gut. Ich habe fünf Kilo abgenommen, fühle mich besser als je zuvor, und man tut auch noch den Tieren etwas Gutes. (…)“

So Comedian Kaya Yanar

In der Wirtschaft kann man den Wandel zum Veganismus ebenfalls deutlich sehen, denn es werden immer mehr vegetarische und vegane Alternativen angeboten. So gibt es in Deutschland laut „ProVeg International“ mehr vegane Produktneuheiten wie in jedem anderen europäischen Land.  Und der Markt steigt stetig.

Fazit: Einmaleins des Veganismus

Die steigende Zahl der veganen Menschen in Deutschland zeigt, dass es sich um mehr als nur einen Trend handelt. Und wie wir sehen konnten, gibt es genug Alternativen für Veganer, so dass man auf nichts verzichten muss. Wenn man sich allerdings dafür entscheidet, tierische Produkte nicht komplett aus seinem Leben zu streichen, so hat der Trend zumindest für ein größeres Bewusstsein und eine nachhaltigere Lebensweise gesorgt. Hoffentlich konnte dir das Einmaleins des Veganismus auch einen kleinen Einblick in das presente Thema verschaffen.

Weiterer Artikel zu dem Thema: https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/veganismus-worauf-es-bei-der-veganen-ernaehrung-ankommt-und-wie-sie-wirklich-gesund-ist-a-f7d833b9-ff11-4b7c-ae15-db2d613779bb

07.12.2020 – Know-how: Veganismus – Platz nicht aufgeführt

19.12.20 – Know-how: Veganismus – Einmaleins – Platz erneut nicht aufgeführt

Über den Autor

Kira Benke

Studentin