Legitim. Leistungsstark. Leipzig.

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2009 wurde „RB“ Leipzig gegründet. Sie spielten Regionalliga, heute Champions League. Ein Blick auf den Aufstieg.

Längst hat sich RB Leipzig in der Bundesliga etabliert – obwohl die „Roten Bullen“ erst ihre fünfte Saison hier spielen. 77 Siege aus 143 Spielen im deutschen Oberhaus. Innerhalb von zehn Jahren vom Regionalligisten zum Halbfinalisten in der UEFA Champions League. Das kommt nicht von ungefähr …

Der Dirigent mit den Ideen

Chefcoach Julian Nagelsmann

In seinem Alter spielen andere noch aktiv Fußball – Philipp Tschauner, derzeit Ersatzkeeper im Team, ist sogar älter als er. Die Rede ist natürlich von Cheftrainer Julian Nagelsmann: Der 33-jährige führte RB letzte Saison bis ins Halbfinale der Champions League – und ist zu einer wichtigen Säule im Verein geworden.

Zwar fanden die „Roten Bullen“ in Paris Saint Germain ihren Meister, der bislang größte Vereinserfolg der Geschichte wird dennoch nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Auch, weil mit Nagelsmann ein junger Routinier an der Seitenlinie steht.

Fünf Jahre Coaching-Erfahrung in Deutschlands Oberhaus. Damit ist er der jüngste hauptamtliche Cheftrainer der Ligahistorie, denn bereits mit 28 Jahren übernahm Nagelsmann die erste Mannschaft der TSG Hoffenheim.

In Leipzig verbringt der gebürtige Landsberger seine zweite Saison – und hat noch viel vor. Unter ihm könnte der Verein den großen Sprung schaffen, ein Meisterschaftskonkurrent für den FC Bayern zu werden. Die Kaderbreite und -qualität ist jedenfalls gegeben.

Angelino, Poulsen und Co. – Spieler, die über sich hinauswachsen

Ein Doppelpack in der Königsklasse, drei weitere Tore in der Bundesliga – und das als Linksverteidiger. Angelino wächst über sich hinaus und ist dabei erst zehn Monate in Deutschland. „Er hat einen extremen Spieltrieb, will immer nur gewinnen und will immer den Ball am Fuß haben und arbeiten. Er ist wissbegierig, hört zu und setzt die Dinge um“, so Chefcoach Julian Nagelsmann über den 23-jährigen.

Aktuell ist er von Manchester City an RB Leipzig ausgeliehen. Eine Kaufpflicht greift, wenn Angelino gewisse Einsatzzahl für die Sachsen erreicht. Um wie viele Spiele es sich dabei handelt steht der Öffentlichkeit allerdings nicht zur Verfügung. „Wir stehen kurz vor einer Einigung“, betonte Trainer Nagelsmann.

Der Spanier ist nur ein Beispiel für Starspieler im RB-Team. Neben ihm blühen Leistungsträger, wie Marcel Sabitzer, Peter Gulacsi und Christopher Nkunku regelmäßig auf. Vielversprechend ist auch der norwegische Neuzugang Alexander Sörloth. Er erzielte vergangene Saison 24 Treffer für Trabzonsor in der türkischen Süper Lig und wurde somit auch Torschützenkönig.

Ralf Rangnick. Sportdirektor und Geschäftsmann

Die wohl wichtigste Stütze in der Geschichte von RB Leipzig ist Ralf Rangnick. Im Juni 2012 wurde er zum neuen Sportdirektor in in Leipzig berufen. Ebenso bei RB Salzburg. Gleich zwei von „Red Bull“ kontrollierte Vereine.

Unter ihm wurde in Leipzig nicht nur Alexander Zorniger als neuer Chefcoach verpflichtet, sondern auch Spieler wie Joshua Kimmich, Yussuf Poulsen und Diego Demme. Sie kennen diese Namen zum Teil sicherlich – Die Spieler haben sich zu wichtigen Leistungsträgern im europäischen Fußball entwickelt. Im Verein sowie in der Nationalmannschaft.

Während Salzburg die nächsten Jahren mehrfach an der Qualifikation zur Königsklasse scheitern sollte, stieg Leipzig auf – von der Regionalliga in Liga 1. Die Konzentration des Konzerns „Red Bull“ galt fortan den Sachsen, genauso der Fokus des Sportdirektors Rangnick.

Ralf Rangnick war für sieben Jahre für RB Leipzig aktiv.

Das, was nur wenige können.

Leipzig spielte zur Saison 2015/16 in der zweiten Liga, als Rangnick erstmals auch das Traineramt bei den Sachsen übernahm. Als Sportdirektor in Salzburg wurde er derweil abgelöst. Leipzig stieg unter Rangnick in die Bundesliga auf, ehe er Ralph Hasenhüttl als neuen Coach verpflichtete und sich wieder auf sein Amt als Sportdirektor konzentrierte.

Zur Saison 2018/19 trennte sich der Verein wieder von Hasenhüttl und Rangnick rückte ein zweites Mal auf den Trainerposten. Sein Nachfolger stand mit Julian Nagelsmann bereits fest, jedoch trainierte der noch die TSG Hoffenheim und nahm das Amt erst zur kommenden Saison 2019/20 wahr. In Rangnicks zweiter Amtszeit als Trainer qualifizierte sich Leipzig für die Champions League und erreichte das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München. Letzteres verloren sie mit 0:3. Mit dem Amtsantritt Nagelsmanns trat Rangnick von seinem Job als Sportdirektor zurück und wurde „Head of Sport and Development Soccer“ bei der Red Bull GmbH.

Die Kritik wird nicht leiser.

Fanproteste, Boykotts und feindliche Banner – Sogar eine Kampagne mit dem Namen „NEIN ZU RB“ hat sich gebildet. Die Spieler müssen Anfeindungen und Hass seit der Gründung ertragen. Doch was sind die Motive?

Ein Grund ist die Angst vor dem Rückgang traditioneller Fankultur aufgrund von Kommerzialisierung. Mit RBs Aufstiegen ist sie immer größer geworden. So mussten beispielsweise Testspiele zur Vorbereitung auf die Saison 2013/14 gegen den KSV Hessen Kassel oder Union Berlin wegen eskalierender Fanproteste abgesagt werden.

Ein anderer Gesichtspunkt bietet die Transferpolitik. RB Salzburg wird oft als „Farmteam“ von RB Leipzig bezeichnet. Der Grund: Transfers von – zumeist jungen – Spielern, die in Salzburg gute Leistungen erbringen. Beispiele lassen sich viele nennen: ob Marcel Sabitzer, Peter Gulacsi oder der aktuell heiß gehandelte Dominik Szoboszlai. Noch spielt er in Salzburg. Der Wechsel scheint jedoch nur eine Frage der Zeit zu sein.

Auch wenn das „Hin-und-Herschieben“ zwischen Leipzig und dem Tochterverein aus Salzburg stark kritisiert wird – es bleibt erlaubt und legitim. Red Bull möchte dieses Netzwerk auch zukünftig nutzen und erweitern. So werden weltweit Vereine vom Energy-Drink-Hersteller kontrolliert, auch in New York sowie Brasilien und Ghana. Leipzig hingegen bietet in diesem Netzwerk nun mal die größten Karrierechancen für junge Kicker. https://www.dierotenbullen.com/

07.12.2020 – RB Leipzig – „nicht aufgeführt“
20.12.2020 – „nicht aufgeführt“

Über den Autor

Dominic Jan Dylka

Junger Ressortjournalismus-Student an der Hochschule Ansbach.
Leidenschaftlich Fußballschiedsrichter.
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der örtlichen Schiedsrichtervereinigung im Hessischen Fußball Verband.