Lockdown „light“: Die Gastronomie leidet

Gastronomie-Lockdown: Ärzte versus Gastronomen

Auf der einen Seite findet man Experten und Ärzte vor, die den Lockdown-in der Gastronomie befürworten, da ihnen zufolge der Virus um jeden Preis gestoppt werden sollte. Denn laut ihnen wäre nichts schlimmer, als ein überlastetes Gesundheitssystem. Auch deren Aspekte kann man nachvollziehen, denn in Ländern, wie Italien und Frankreich hat man gesehen, was Corona anrichten kann, wenn man die Kontrolle verliert.

Auf der Gegenseite findet man zahlreiche Restaurantbesitzer vor, die monatelang Hygienekonzepte entwarfen, dass nun die Gastronomie beim Lockdown wieder als Erstes die Türen schließt. Dies stößt bei vielen auf Unverständnis, denn mit der Umsetzung eines guten Konzeptes, waren Wirtschaften nie als Infektionsherde bekannt geworden. Die Auswirkungen werden verheerend sein und die Gastronomie in Deutschland wird sich erheblich verändern.

Gastronomie -Lockdown ist unverhältnismäßig

Wie oben genannt, haben alle noch geöffneten Betriebe ein anerkanntes Hygienekonzept. Jetzt stellt sich die Frage, wieso man eine Branche, in der Pläne vorhanden sind und nie große Ausbrüche stattgefunden haben, jetzt schließt. Laut dem Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks sei es sinnvoller die Kontrollanstalten personell zu verstärken. Denn den Vertretern ist bewusst, dass vereinzelt Betriebe aus der Reihe tanzen.

Das neue Ziel hätte es jedoch sein müssen, dass man diese Betriebe ausfindig macht, da sie wirklich eine Gefahr für die Verbreitung von Corona darstellen. Denn nur so ist es möglich, die schwarzen Schafe zu finden und die vorbildlichen Gasthäuser am Leben zu halten. Nun haben zahlreiche, vorbildliche Besitzer investiert, um ihre Konzepte umzusetzen und nun bleiben sie erstmal auf den Kosten sitzen, da sie keinen normalen Umsatz machen können.

Lockdown mit Folgen: Jeder dritte Betrieb vor dem Aus

„Einem Drittel der 245.000 Betriebe droht bei einer erneuten Schließung das Aus.“

Bernd Zöllick, Präsident des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

Der deutsche Hotel -und Gaststättenverband (Dehoga) warnt davor, dass zehntausenden Besitzern die finanziellen Mittel fehlen werden, um ihre Betriebe nach Corona wieder zu öffnen, wenn sie denn wieder dürfen. Denn nur mit dem erlaubten „To-Go“ Geschäft können sie sich nicht über Wasser halten. Hierzu brächten sie die Kunden vor Ort, mit denen sie ihren Umsatz machen.

Umsatzkurve der Gastrobetriebe von Januar 2019- Juli 2020

Dabei darf man nicht vergessen, dass einige Betriebe vor dem ersten Lockdown Rücklagen zur Verfügung hatten. Genau diese Rücklagen fehlen jetzt. Sie flossen in Hygienemaßnahmen und waren dafür da, den fehlenden Umsatz zu kompensieren. Denn wie man in der Grafik erkennen kann, brach die Umsatzkurve der Betriebe rapide ein während der ersten Gastroschließung.

Die erschütternde Zahl der Gastronomie-Arbeitslosen

Laut DEHOGA gab es im Zeitraum von April-August einen Zuwachs von 90.000 Arbeitslosen. Das entspricht 60 Prozent mehr, als im selben Zeitraum 2019. Beide Seiten spielen dabei eine wichtige Rolle. Zum einen die Besitzer, die versuchen Personal einzusparen, da ja nicht abzusehen ist, wann es wieder normal weitergeht. Denn nur dann benötigen die Betriebe überhaupt ihr komplettes Personal. Auf der anderen Seite die Angestellten, die vom Kurzarbeitergeld nicht leben können und sich deshalb verzweifelt einen anderen Job suchen. Wenn es dann bei Suche zu Problemen kommt, bleiben diese Personen auf der Strecke und zählen als Arbeitslose. Und selbst wenn die Betroffenen einen neuen Job finden, besteht die große Gefahr, dass sie während der anfänglichen Probezeit die ersten sind die in schwierigen Zeiten gehen müssen.

Und diese Betroffenen sind quer durch die ganze Gesellschaft verteilt. Egal ob Festangestellte oder die zahlreichen anderen Minijobber, welche sich in der Gastronomie ihr Geld dazuverdienen. Von Schülern, die ihr Taschengeld aufbessern wollen bis zu Rentnern, die von ihrer Rente allein nicht leben können und ihr Extragehalt zum Leben brauchen.

Die umstrittenen Unterstützungsgelder

Die Unterstützungsgelder der Regierung werden den Unternehmen zwar helfen, aber es wird nicht die Rettung der angeschlagenen Betriebe sein. Betriebe bis zu 50 Angestellten sollen 75 Prozent des Umsatzes aus dem November des Vorjahres erhalten. Bei größeren Unternehmen sei dieser Prozensatz geriner. Laut der Bundesregierung spielen hier bei der Berechnung des Anteils, die bereits erhaltenen wirtschaftlichen Hilfen eine entscheidende Rolle, sodass man hier nichts pauschal sagen kann.

Die Transparenz der Unterstützungsgelder ist zwar besser als im ersten Lockdown, jedoch werden sich bei großen Unternehmen die erhaltenen Leistungen stark unterscheiden. Des Weiteren ist das Vergabeverfahren für die Betroffenen sehr undurchsichtig. Wie man in der Formluierung der Bundesregierung herauslesen kann, ist die genaue Analyse bei größeren Unternehmen notwendig. Hoffentlich dauert das Prozedere nicht zu lange, denn sonst kommt die Unterstützung für manche zu spät. Im großen und Ganzen kann man sagen, dass die Unterstützungsgelder besser verständlich an den Mann gebracht werden können, da einige Betriebe darauf angewiesen sind.

Der führende Gastronomieverband zeigt sich entsetzt

„Es kann nicht sein, dass wir wieder die Leidtragenden sind.

Bernd Zöllick, Präsident des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

Laut Guido Zöllick, dem Präsidenten des Dehoga, sind Gaststätten keine Pandemietreiber. Er setzt die Politik unter Druck und meint, dass sie zeitnah reagieren müssen, um den Gastronomen unter die Arme zu greifen. Denn sonst ist die Zerstörung unserer Gastronomielandschaft nicht abzuwenden.

Abschließend kann man in dieser schwierigen Zeit festhalten, dass die Gastronomiebranche, wie auch beim ersten Lockdown einer der Leidtragenden sein wird. Sicherlich hat die Schließung ihre Berechtigung und alle werden sich dem Ziel unterordnen, den Virus zu bekämpfen. Jedoch bleibt zu hoffen, dass die Regierung wirklich den Betroffenen unter die Arme greift, dass der „Worst-Case“ abgewendet werden kann. Ansonsten wird der Weg, in der Gastronomie, für viele Betriebe nach dieser Krise beendet sein.

„Nicht aufgeführt“

Über den Autor

Levi Regenfuß

Ich bin 19 Jahre alt und studiere Ressortjournalismus an der HS-Ansbach. Da ich selber Fußball spiele und großes Interesse für zahlreiche Sportarten, wie Basketball oder American Football zeige, ist das auch mein bevorzugter Themenbereich. Jedoch will ich mich nicht nur auf den Sport beschränken und auch über alltägliche Themen informieren.