Neustart nach dem zweiten Kreuzbandriss

Delaila Amega auf dem Weg zum Comeback

Delaila Amega steht der Neustart nach dem zweiten Kreuzbandriss bevor. Vor knapp zwei Monaten erlitt Delaila Amega den zweiten Kreuzbandriss ihrer Karriere. Für die holländische Nationalspielerin ein Neustart. Mit positiver Energie arbeitet die junge Profisportlerin derzeit in der Reha an ihrem erneuten Comeback. Wann sie jedoch wieder auf der Platte stehen wird ist derzeit noch ungewiss.

Der zweite Kreuzbandriss

Die 23-jährige Rückraumspielerin war auf einem guten Weg. Mit dem niederländischen Nationalteam gewann sie im letzten Jahr die Weltmeisterschaft. Der Wechsel von den TuS Metzingen zum Ligakonkurrenten Borussia Dortmund war der nächste Schritt für die junge Spielmacherin die Chance, erstmals auch in der Champions League aufzulaufen. Topfit startete sie aus der Vorbereitungszeit, die aufgrund des Saisonabbruchs in der vergangen Spielzeit deutlich länger dauerte, als gewohnt.

Doch dann der Schock. In ihrer zweiten Partie in der Königsklasse überhaupt gegen Brest Bretagne HB verletzte sich Amega am rechten Knie. Gleich machten sich die ersten Vermutungen breit. Vor rund zwei Jahren, während ihrer Zeit bei den Tussies hatte Delaila sich einen Kreuzbandriss am anderen Knie zugezogen. Schon einen Tag nach dem Unfall, ausgerechnet ihrem Geburtstag, kam die Bestätigung – Kreuzbandriss, zum zweiten Mal. Mindestens acht Monate zwingt sie diese Diagnose zur Handballpause. Ihren Ehrentag hatte die 23-Jährige sich sicher anders vorgestellt.

Rehabilitation in der Heimat

Amega auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband

Doch nur vier Tage später fand die Operation bei einem Kniespezialisten im bayrischen Straubing statt. Danach erholte sich Amgea in ihrer Heimat Heerhugowaard im Norden Hollands. In der vierten Woche begann für die Holländerin schon die Rehabilitation. Montags bis freitags arbeitet sie seitdem im National Sports Centre Papendal, in Arnhem an ihrem Comeback. „Hier gibt es wirklich alles, was man benötigt, um wieder fit zu werden“, sagt sie. Anfangs standen hauptsächlich die physiotherapeutische Behandlung des verletzen Knies und Krafttraining für den Oberkörper auf dem Programm. Mittlerweile trainiert Amega mit reduziertem Körpergewicht auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband und nimmt für das Wurftraining schon wieder den Ball in die Hand. 

Der Kampf nach dem Kreuzbandriss

Einige Einheiten absolvierte Amega mit Teamkollegin und Top-Star Estavana Polman aus der Holländischen Auswahl und deren Personaltrainer. Auch die 28-jährige Mittelspielerin hatte sich im August einen Kreuzbandriss zugezogen. Während des Trainings in ihrem Verein Team Esbjerg passierte die Verletzung. Ein eigener Physiotherapeut und ihr früherer Krafttrainer aus der Jugendnationalmannschaft stehen Amgea seitdem ständig zur Seite. „Wir sprechen die Wochenziele immer gemeinsam ab. Ich habe in meiner Reha-Zeit gelernt, auf mich und meinen Körper zu hören. Es ist extrem wichtig zu wissen, was gut für mich ist“.

Von der aktuellen Corona Lage bekommt Amega nicht sonderlich viel mit. „Hier in Papendal bin ich relativ isoliert“, sagt sie. „Es tut gut, nicht jede Sekunde mit dem Thema konfrontiert zu werden“. An den Wochenenden genießt Amega weiterhin die Ruhe im gewohnten Umfeld. Die intensiven Wochenenden in der Heimat sind für die vielbeschäftigte Sportlerin eher eine Seltenheit. Die Corona Auflagen, die auch in den Niederlanden zur Schließung aller Restaurants und Freizeitangeboten geführt haben, kommen ihr daher nicht ungelegen.

Unterstützung bekommt Amega von Krafttrainern und Physiotherapeuten
Unterstützung bekommt Amega von Krafttrainern und Physiotherapeuten

Eine mentale Herausforderung

Mit den ersten Schritten nach der Operation tat sich die junge Sportlerin noch schwer. Nicht nur aufgrund der körperlichen Einschränkung, auch mental hatte sie zu kämpfen. Aus eigener Erfahrung war ihr ja bewusst, wie viel Zeit und Energie es wieder zu investieren galt. „Ich hatte zu Beginn wirklich starke Schmerzen“, erinnert sich Amega. Der Vergleich zu ihrem ersten Kreuzbandriss fällt ihr jedoch schwer. „Wahrscheinlich habe ich es verdrängt“, scherzt sie.

Delaila Amega arbeitet hart an ihren Zielen
Delaila Amega arbeitet hart an ihren Zielen

Der Abstand zum Handball und ganz besonders die Zeit zu Hause bei ihrer Familie und ihren Freunden habe ihr sehr viel Kraft gegeben. Die Leidenschaft zum Handball war es, die sie letztendlich motivierte, die Reha nochmals anzutreten und zu meistern „Ich verfolge jedes Spiel meines Teams und merke, wie sehr ich es vermisse, auf dem Feld zu stehen“. Gerade die Spiele in der Champions League seien für die Profihandballerin etwas ganz Besonderes gewesen. „Die Erinnerung an diese Momente gibt mir Kraft, die Reha durchzuziehen.“ Delaila Amega ist bereit für einen Neustart nach dem zweiten Kreuzbandriss.

Es wird Zeit für einen Neustart

In wenigen Tagen kehrt sie in Begleitung von Hündchen Nola zurück nach Dortmund. „Ich freue mich unglaublich, die Mädels nach so langer Zeit wieder zu sehen“. In ihrem Verein Borussia Dortmund wird sie weiterhin im Kraftbereich und läuferisch an sich arbeiten. Der nächste Schritt ist die langsame Heranführung an das Mannschaftstraining. 

In ungefähr sechs bis sieben Monaten – so ihr Ziel, will Amega aufs Handballfeld zurückkehren. Die Olympischen Spiele in Tokio, die im Sommer nächsten Jahres auch für die niederländischen Frauen anstehen, hat sich die junge Nationalspielerin als Ziel gesetzt. „Rein zeitlich gesehen, könnte ich es schaffen, rechtzeitig wieder fit zu sein“. Druck machen wolle sie sich jedoch nicht. „Ich nehme mir so viel Zeit, wie mein Knie braucht“.

Amega ist sich bewusst, dass ihr ein fester Rhythmus derzeit fehlt. Sie hat aufgrund ihres ersten Kreuzbandrisses, des Abbruchs der vergangenen Spielzeit und der erneuten Verletzung mehrere Jahre keine komplette Saison durchspielen können. „Ich sehe es als einen persönlichen Neustart an. Vielleicht brauchte ich einfach zwei neue Kreuzbänder und kann jetzt erst richtig loslegen“.Angst, sich erneut zu verletzten, hat die Power-Frau jedenfalls nicht. Ihr Optimismus und die positive Energie prophezeien nahezu ein erfolgreichen Neustart nach ihrem zweiten Kreuzbandriss.

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„Delaila Amega erleidet ihren zweiten Kreuzbandriss“ von Wolfgang Stumbiling

„Amega auf dem Anti-Schwehrkraft-Laufband“ von Delaila Amega

„Unterstützung bekommt Amega von Krafttrainern und Physiotherapeuten“ von Delaila Amega

„Delaila Amega arbeitet hart an ihren Zielen“ von Delaila Amega

07.12.2020 – Neustart nach dem zweiten Kreuzbandriss – nicht aufgeführt

21.12.2020 – Neustart nach dem zweiten Kreuzbandriss – Platz 2

Über den Autor

Dana Bleckmann

Dana Bleckmann begann mit 3 Jahren das Handballspielen. Seit 2016 ist Profi-Handballerin bei den BVB Handball Damen, spielt mit ihrem Team in der Handball Bundesliga Frauen und seit dieser Saison auch international in der Champions League.