Schulschließung in Bayern: Kern Sophia – Vorlesung 4 – Arbeitsauftrag

Eltern und Schüler befürchteten es, jetzt steht sie kurz vor der Tür: Die erneute Schulschließung in Bayern. Wie gehen unsere bayerischen Schulen damit um? Was empfinden deren Schüler dabei?

Schreckensvorstellung Home-Schooling

Die erste Schulschließung in Bayern riss im ersten Moment vor allem Abiturienten in die Verzweiflung. Wie sollen wir uns alles im selbst erlernen? Wird das Abi verschoben? Findet es überhaupt statt? Kriege ich alles so vermittelt, wie ich es brauche? Fragen über Fragen und auf jede hatte der Staat die gleiche Antwort: keine Ahnung. Petitionen wurden unterschrieben. Streiks und Schulschwänzungen standen an der Tagesordnung. Die Oberstufenschüler sind nicht zufrieden. Trotz der verschobenen Abschlussprüfungen und guter Schnitten war kein Schüler so recht zufrieden mit dem Corona-Ergebnis. Die gleiche Befürchtung hatten Studenten: was geschieht mit den Semester-Abschlussarbeiten? Darf ich die Bibliothek betreten? Das Studenten- und Schülerleben stand auf dem Kopf, ohne ein einheitliches Prinzip in jeder Bildungseinrichtung zu haben.

Wohin mit dir? 

Diese Frage stellten sich viele Eltern. Während Kitas, Krippen und Grundschule vom einen auf den anderen Tag schlossen, wussten viele Eltern nicht, wo sie ihre Kleinen unterbringen sollten. Oma und Opa sind oft die letzte Option. Dabei sollte man doch genau diese älteren Mitbürger schützen. Folge: steigende Infektionszahlen, trotz Totallockdown. Und wo Opa und Oma nicht mehr aufpassen konnten, wurden Krankschreibungen wie Quittungen ausgestellt. Nicht nur die Schulen und Eltern litten hier drunter, sondern auch die Arbeitsstellen der Eltern. Mangelnde Mitarbeiterzahlen waren die Folge. Geschäfte mussten wegen Mitarbeitermangels schließen und konnten somit keine Einnahmen mehr erzielen. 

Home-Schooling als Übergangslösung

Auch viele Lehrer wussten nicht mit der Situation umzugehen. Viele griffen während des Präsenzunterrichts noch auf altbewährte Methoden. Overhead-Projektor und aufgelegte Folien gehören noch in vielen Schulen zum Alltag. Vor allem die ältere Generation viel nach der Schulschließung in Bayern der Unterricht über Zoom schwer. Hinzu kamen die Programme, auf welchen die Dateien der letzten Onlinestunde hochgeladen werden. Den Lehrer zu erreichen schien fast aussichtslos. Sogar Schüler, die Generation Z, die mit Handy in der Hand wie mit dem Schnuller im Mund aufwuchs, hatten Probleme mit der neuen Art zu lernen. Wegen von zu Hause arbeitenden Eltern und Geschwistern ebenfalls beim Home-Schooling wurde die Internetverbindung schwach. Viele hatten nicht genug Computer oder Tablets, um bei den Online-Meetings teilzunehmen oder hatten keinen Zugriff auf Programme. Was nun? 

Auch fiel es vielen Kindern schwer, sich das eigentlich in der Schule hätte beigebrachte Lernmaterial selbst beizubringen. Bei Fragen in den höheren Jahrgangsstufen waren oftmals auch die Eltern überfragt, wenn ihre Kinder Hilfe benötigten und wussten nicht mehr weiter. Da oft von den Schulen nicht mal eine Zoom-Sitzung angeboten wurde, wurde durch einfaches Fragen stellen in der Klasse eine Herkulesaufgabe: E-Mail hier, da wieder auf eine Antwort im Forum warten, teilweise dauerte es Tage, bis die Schüler eine Antwort auf ihre Fragen erhielten. Das behinderte natürlich auch den Lernfluss der Kinder. In den nächsten Unterrichtseinheiten nach dem Lockdown solle dann auf Fragen eingegangen werden, jedoch viel zu spät auf den Hinblick, dass manche Tests bereits wenige Tage nach der Wiedereinführung des Präsenzunterrichts stattfinden sollten. 

Hinauszögern der Schließung von Schulen

Nun, während der zweiten Welle, will Söder eine landesweite Schulschließung auf jeden Fall verhindern. Statt zu Hause unterrichtet zu werden, sollen Schüler regelmäßig die Klassenzimmer lüften und sich voneinander fernhalten. Zu Hause jedoch darf sich mit Freunden getroffen werden, volle Busse und Bahnen, in denen der Mindestabstand ein Fremdwort ist, scheinen ebenfalls ganz legitim zu sein. Keiner wundert sich, warum die Infektionszahlen weiter steigen und immer mehr Schulklassen in Quarantäne gehen müssen. Auch in unserem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen steigen die Zahlen rapide, sodass von jeder Schule bereits mindestens eine Klasse für zwei Wochen in Quarantäne musste. 

Hoffnung auf eine Teilschließung steigt

Mehrere Lehrer und Eltern fordern nun, wie ab April letzten Schuljahres den Unterricht wieder versetzt stattfinden zu lassen, die Kinder 1,5 Meter weit auseinanderzusetzen und Masken zu tragen. Doch ist das der richtige Weg? Für das bayerische Ministerium scheinbar nicht, die Kinder sollen einen geregelten Schulalltag und so wenig wie möglich vom Virus merken, so scheint es. Bei weiter steigenden Zahlen und einer Verlängerung beziehungsweise Verschärfung des Lockdowns wird Herrn Söder wohl kaum etwas anders übrigbleiben, als Maßnahmen auch für Schulen treffen zu müssen. 

NEWS:

Nach gestrigem Beschluss Markus Söders heißt es nun, die Weihnachtsferien sollen vorgezogen werden. Besteht uns jetzt ein Weihnachts-Lockdown bevor? Kinder freuen sich über die Schulschließung und Eltern haben mehr Zeit als das letzte Mal zu planen, wo sie ihre Schützlinge unterbringen können. Ob es noch ausgeweitet wird, kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau feststellen. Eines ist uns jedoch sicher: Weihnachten wie gewohnt mit der Familie wird bis zum 24. Dezember dieses Jahres wohl nicht mehr möglich sein, trotz Lockdown und verfrühten Schulschließungen. 


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21.12.2020 – Schließung von Schulen soll verhindert werden – keine Platzierung

Über den Autor

Sophia Kern

Ressortjournalismus-Studentin an der HS Ansbach.