Teeniemütter: Kinder mit Kindern

Schwangerschaft in jungen Jahren

Jährlich gibt es global um die 12 Millionen neue Teeniemütter. Das entspricht um die 9 Prozent aller Geburten weltweit. Die soziale Lage spielt dabei eine entscheidende Rolle, jedoch gibt es auch andere nennenswerte Faktoren.

„Ich werde ganz früh Mama!“

Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

Deutschlands Kinder präventieren in der Regel gut.

So wird die Anzahl der Mütter unter 20 Jahren laut einer Studie der ProFamilia immer geringer. Trotzdem kommen Teenagerschwangerschaften immer noch vor, denn rund 12100 Neugeborenen in Deutschland haben eine Teenagerin als Mutter. Das sind 1,7 Prozent der gesamten deutschlandweiten Geburten. Dabei  gibt es erhebliche regionale Unterschiede, was das reproduktive Verhalten minderjähriger Frauen angeht, denn: Schwangerschafts-, Abbruch- sowie Geburtsraten sind in den südlichen Bundesländern von Deutschland (wie Bayern, Baden-Württemberg sowie der Rheinland-Pfalz) relativ niedrig im Gegensatz zu den Metropolen und Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Das liegt vermutlich an dem relativ hohen Anteil der sozial benachteiligten Jugendlichen in Großstädten, wobei dieses Thema weiter unten genauer ausgeführt wird.

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Anzahl der Geburten nach dem Alter der Mutter in Deutschland im Jahr 2019, Quelle: statista.com

Vor allem die älteren Jugendlichen werden hierbei schwanger. Denn während 2019 insgesamt 523 Mädchen im Alter von 15 bis 16 Kinder gebaren, so sind es im Alter von 17 bis 19 7881 junge Frauen, die ein Kind zur Welt brachten. 43 Mädchen in Deutschland waren im Alter von 14 Jahren und jünger.

Wieso gibt es Teeniemütter?

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Einen großen Einfluss auf ungeplante Schwangerschaften hat die Schulbildung. So sind um die Hälfte aller Haupt- oder Förderschülerinnen davon betroffen, während Gymnasiastinnen nur etwa 11 Prozent und Realschülerinnen um die 35% der jungen Schwangeren ausmachen. Grund dafür ist dabei die fehlende Bildung über Verhütung, weshalb diese bei Hauptschülerinnen inkonsistenter ausfällt.

Des Weiteren ist die soziale Lage sehr ausschlaggebend für das Aufkommen ungeplanter Kinder unter Jugendlichen. Beispielsweise sind fast die Hälfte aller Eltern von schwangeren Mädchen getrennt oder geschieden, so leben diese Jugendlichen häufig nur bei einem Elternteil. Dabei bilden Hauptschülerinnen aus dieser Gruppe die Mehrheit. Diese sind auch relativ oft „aus dem Haus“. Auch der Migrationshintergrund spielt eine gewisse Rolle hierbei, denn 22 Prozent der jungen Frauen haben einen solchen. Von den Partnern haben 16% keine deutsche Staatsbürgerschaft. Eben diese soziale Lage hat auch einen großen Einfluss auf die Verhütung sowie auf die Entscheidung, das Kind zu behalten oder abzutreiben.

Die Beziehung zum Partner der baldigen Mütter sind von Bedeutung, denn ganze 90 Prozent der schwanger gewordenen Mädchen sind in einer festen Beziehung gewesen, bei 25 Prozent davon hat sich in den ersten drei Monaten der Beziehung das Ei eingenistet; bei 10 Prozent der Jugendlichen in einer festen Beziehung hatten bei ihrem ersten Mal den (Un-)Glückstreffer. Dies zeigt, dass vor allem am Anfang einer Beziehung die Wahrscheinlichkeit einer ungeplanten Schwangerschaft besonders hoch ist.

Auch der Wohlstand ist von Bedeutung

Denn je schlechter der Wohlstand, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer schwangeren Jugendlichen. Sowohl die geringere Möglichkeit, an Verhütungsmittel zu kommen als auch die unkonventionelle sexuelle Verhaltensformen sind hier maßgebend. Das gilt sowohl innerhalb Deutschlands, als auch in anderen Ländern.

Beispielhaft sind Länder wie Niger, welches die höchste Geburtenrate aufweist. Hier bekommt jedes sechste Mädchen vor seinem 20. Lebensjahr ein Kind. Grund dafür sind die frühen Zwangsheiraten, gefolgt von der Erwartungshaltung gegenüber der jungen Frauen, sexuell aktiv zu sein und früh Kinder zu gebären.

Diese Länder haben eine niedrige Geburtenrate junger Mütter per 1000 Frauen:

  • Niederlande (12)
  • Belgien (14)
  • Deutschland (16)
  • Slowenien (20)
  • Finnland (21)

Diese Länder haben eine höhere Geburtenrate junger Mütter per 1000 Frauen:

  • Kanada (45)
  • England/Wales (47)
  • Ungarn (60)
  • Bulgarien (82)
  • USA (84)

Damit hat Deutschland im internationalen Vergleich – zusammen mit den Niederlanden und Belgien – die niedrigsten Raten schwangerer Jugendlicher. An der Spitze stehen hier die Vereinigten Staaten von Amerika, denn die Rate in den USA ist viermal so hoch wie in Deutschland. Dies zeigt uns folgendes: Wo liberale Einstellungen verbreitet und die Akzeptanz von Jugendsexualität hoch sind, kommen ungewollte Jugendschwangerschaften viel seltener vor.

Schwierigkeiten der Teeniemütter

Die schwangeren Teenager müssen einige Schwierigkeiten und Probleme durchleben. So erleiden junge Schwangere häufiger gesundheitliche Schäden als Erwachsene, so ist die Gefahr von Komplikationen bei Erwachsenen deutlich niedriger als bei den Jugendlichen. Gerade die Muttersterblichkeit ist bei Mädchen unter 15 Jahren sehr hoch.

Die wirtschaftliche Situation stellt für die jungen Frauen ebenfalls ein Problem dar. Durch die verfrühte Schwangerschaft müssen die Teenagerinnen häufig ihre Ausbildung beziehungsweise ihren Job beenden. Dies führt dann zu mehr Armut und sozialen Ausgrenzung.

Die jüngste Mutter der Welt

Die jüngste Mutter bis dato ist Lina Medina aus Peru. Mit zwei Jahren bekam sie, ihrer verfrühten Pubertät verschuldet, ihre erste Menstruation. So gebar sie 1939 mit fünf Jahren ihren Sohn, Gerardo, benannt nach dem Arzt, der sie betreute.

Der Vater ihres Kindes ist bis heute unbekannt. Linas Vater geriet daher unter Verdacht, inzüchtig gehandelt zu haben, und wurde festgenommen, wegen mangelnder Beweise jedoch wieder freigelassen. Lina selbst äußerte sich nie über den Vater ihres Sohnes.

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Über den Autor

Jennifer-Aliah Lederer

Studentin
Jennifer-Aliah Lederer studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach.