Urlaub im Grünen – mit dem BunBo über´s Wasser schippern

Sieben Jahre in der Natur – Wasser und Land

am Strand geschrieben
am Strand geschrieben

Als eine simple Idee zur Tradition wurde

Mein Vater hatte nach vielen schrecklichen Urlaubstagen überlegt, wo wir Urlaub machen könnten und was es vielleicht innerhalb Deutschlands alles gibt. Denn nach einem überfluteten Hotel in der Türkei und einer überheblichen Ex-Freundin meines Vaters war uns absolut alles recht, was einigermaßen stressfrei wirkt. Also machten wir uns auf die Suche nach einem entspannten Urlaubsort. Aufmerksam hat zuallererst ein weißes, klassisches Boot gemacht. Dies mieteten wir direkt und wir waren von der ersten Sekunde an überzeugt. Eine Woche haben wir auf diesem Boot verbracht. Das weiße Boot war etwas klein, stellten wir fest. Zumindest für all den Kram, den wir mitschleppten. Damals zusammen mit einer Freundin, welche die gleiche Ausbildung angefangen hatte wie ich. Und eine bekannte meines Vaters. Heute, sieben Jahre später, ist es nur noch gleichgeblieben, das mein Vater und ich fahren. Seit fünf Jahren fährt meine beste Freundin mit. Ihren Hund hatten wir auch schon dabei. Das war auch eine sehr witzige Story.

Jeden Tag aufeinander hocken

Wer jetzt denkt, dass jeden Tag nur Sonnenschein herrscht, der irrt. Dadurch, dass ich bei meiner Mutter wohne und meinen Vater nur ab und zu mal sehe, meine beste Freundin ebenso (um sie öfter zu treffen wohnt sie leider zu weit weg) kommt es spätestens nach der ersten Woche zu kleineren Streitigkeiten. Dies passiert beispielsweise, wenn Eine von uns zu viel ließt oder lernt, wir aber eigentlich nicht nur zum Lernen in die Natur fahren. Sondern auch um die Gegend anzuschauen und Tiere zu entdecken. Diese Diskussionen klingen allerdings nach spätestens vier Stunden wieder ab. Dann werden gemütliche Kartenspiele gespielt und aller Streit ist vergessen.

Entenfütterung! – „da schwant mir was“

Vergiss eins nie: Brot

Das ist mein voller Ernst. Wenn wir nach all den Jahren eine Sache wissen: Enten und Schwäne sind hungrig. Und das absolut immer! Egal zu welcher Tageszeit wir irgendwo hin geschippert sind und geankert haben, hat es keine fünf Minuten gedauert bis der erste Schwarm am Boot war und das Gejammer ging los. Wir schnappten uns jeden Tag die Frühstücksreste und warfen die Brötchen Häppchen für Häppchen jedem Schnabel zu. Das war eine Gaudi. Einige Male waren die Enten so hungrig, dass das gesamte Boot mit Enten überlagert war.

Jedoch kommen Schwäne ebenso auf den richtigen Riecher. Das Problem hierbei ist eigentlich nur, dass diese Tierart eher aggressiv wird. Sobald es kein Futter mehr gibt werden sie – wie mein Vater es gerne betitelt – unentspannt. Da kann es passieren, dass ein Schwan mal eben schnell in den Finger beißt. Das Gute: Sonderlich weh tuts nicht.

Hier füttere ich eine Ente
Hier füttere ich eine Ente

Voneinander lernen

Dadurch, dass ich primär Zeit bei meiner Mutter verbringe habe ich mir ihre Ordentlichkeit angewöhnt. Und das ist gut so. Denn, diese Ordnung bringe ich mit und schaue, dass das Boot nicht allzu sehr verdreckt nach einigen Tagen. Mit Dreck ist keinesfalls der Staub auf dem Boden gemeint. Der kommt so oder so rein, durch das rein und raus laufen auf dem Boot. Gemeint ist das Geschirr, denn die Küche ist (es ist eben ein Ferienhaus) eher klein. Was heißt: Nach dem Frühstück allein ist der Platz nicht mehr wirklich vorhanden. Hinzukommt das Ruckeln auf dem Wasser. Sobald ein größeres Boot entgegenkommt fliegen schon mal die ersten Tassen. Dann wird es allerhöchste Zeit sich mal zum Spülbecken zu begeben. So konnte ich meine beste Freundin auch gut dazu animieren.

Über all die Jahre habe ich auch einige Sichtweisen meines Vaters verstanden. Zum Beispiel beim Thema Wasserverbrauch. Was ich lange nicht begriffen habe. Du musst im Urlaub nicht gut aussehen. Das verlangt niemand und interessiert auch absolut keinen, außer dich selbst. Fühlst du dich unwohl, weil du vier Tage nicht geduscht hast? Dann stört das meist (außer du schwitzt viel) nur dich. Meine beste Freundin und ich hatten bisher immer die Angewohnheit alle zwei Tage zu duschen. Gut, kein Problem dachte mein Vater. Ich bin da recht schnell und denke daran, dass wir nur begrenzt Wasser haben (für die Internetsüchtigen da draußen ist das in etwa vergleichbar mit dem Datenvolumen. Sobald ihr nicht mehr schnell im Internet surfen könnt seid ihr gefrustet. So könnt ihr euch das mit dem Wasser vorstellen.) Klar, natürlich kann man an den Hausboot Stationen den Wassertank auffüllen lassen und es gibt kein Problem. ABER: So viele Stationen gibt es auf der Seenplatte nicht, zumindest nicht von diesem Anbieter. Stationen sind zwar viele vorhanden, leider ist das Wasserauffüllen dann teuer und wer will das schon? Der Urlaub selbst kostet einen großen Batzen Geld.

Sonnige Tage vs. Regnerische Tage

Die Sonne scheint, die Haut wird warm und du fühlst dich einfach pudelwohl. Ja so in der Art ist es auf dem Hausboot auch. Mit dem einzigen Unterschied, dass du diese Art des Urlaub Machens nicht mit einem klassischen Strandurlaub verwechseln darfst. Nein! Bloß nicht. Denn die Sonne spürst du auf dem Wasser so gut wie gar nicht. Es ist eher eine angenehme Wärme und nichts für Frostbeulen. Denn an regnerischen oder weniger warmen Tagen kann es durchaus (gerade während der Fahrt) sehr frisch werden. Ein Tipp für Frostbeulen: Warme Kleidung und eine Decke. Ehrlich! Das war sogar für uns ein gutes Vorgehen. Denn sonst wäre eine Erkältung vermutlich vorprogrammiert. Und das wäre dann wirklich kein Spaß gewesen. 

Auch Regentage sind schön. Tropfen, die auf das Dach prasseln und sich anschließend an den Fensterscheiben ein Wettrennen nach unten liefern, wirken beruhigend und lassen stressige Zeiten vorübergleiten. Solche Tage eignen sich perfekt für Spieleabende drinnen oder natürlich auch draußen (hier solltest du dich dick einpacken, denn durch das lange Sitzen kühlst du schnell aus.) vorausgesetzt du mietest ein Hausboot mit verschließbaren Seitenteilen (diese sind durchsichtig und aus Plastik).

Sonnenaufgang – Sonnenuntergang

Wer – auch im Urlaub – gerne früh aufsteht (zu dieser Gruppe gehöre ich schon mal nicht) wird hier tagtäglich mit wunderschönen Sonnenaufgängen belohnt. Mein Vater hat hiervon viele erlebt. Leider hat er kein einziges Foto gemacht, sehr schade. Er wollte die stille, friedliche Natur genießen und den Lauten der Tiere lauschen. Verständlich, natürlich. Meine beste Freundin und ich plädierten eher darauf ein wenig länger zu schlafen. Meist waren aber auch wir gegen acht oder neun auf und wollten raus an die Luft.

Für die Nachteulen unter uns – zu denen ich auch gehöre – ist es hingegen fantastisch die Sonnenuntergänge anzusehen. Auch Diese sind unglaublich schön und jeden Tag unterschiedlich. Was stark auf das Gewässer ankommt, eben dort wo du dich gerade befindest. Sonnenuntergänge haben den einzigen Nachteil -> du musst dich „beeilen“, zumindest, wenn du ein einigermaßen schönes Foto schießen möchtest. So schnell schaust du nämlich gar nicht, schon ist die Sonne weg.

Fazit:

Wer gerne in der Natur ist und nicht immer allzu viel Aktion braucht, ist dort auf dem Wasser genau richtig. Denn auch wenn du die meiste Zeit „drinnen“, sprich auf dem Boot bist, siehst du dennoch sehr viel außerhalb. Sollte dir schnell langweilig werden, nimm deine Kamera mit und somit Erinnerungen. Aber ein gutes Buch tut es mit Sicherheit auch.

Bildnachweise:

Alle Bilder habe ich selbst aufgenommen.

09.01.2021 – Urlaub im Grünen – Platz 1

Über den Autor

Ricarda Schmidtpeter

Eine Ausbildung habe ich bereits. Nämlich, die zur Erzieherin. Allerdings habe ich relativ schnell begriffen: Um in diesem Beruf zu arbeiten muss man mit stutenbissigen Menschen klar kommen. Und das ist mir zu anstrengend.
Daher studiere ich nun Ressortjournalismus, denn Leute zu quatschen kann ich gut.
Ehrenamtlich bin ich bei der Feuerwehr Etzelwang, sowie dem Freibad tätig. Meine Hobbys sind Roll -und Eiskunstlaufen.