Joe Biden: 46.Präsident der USA

Jubelmassen auf den Straßen nach Sieg von Joe Biden

Joe Biden wird der 46.Präsident in der Geschichte der USA: „Es ist vorbei!“ feiern Menschenmassen in den Straßen New Yorks. Auch in Washington D.C. und an der Westküste jubeln die Menschen. Am 7. November 2020 steht fest, dass Joe Biden der nächste Präsident der USA wird und nach vier Jahren Donald Trump ablöst. Der 78-Jährige ist somit der älteste gewählte US-Präsident der Geschichte.

Joe Biden: Designierter Präsident der Vereinigten Staaten 2020
Joe Biden: Designierter Präsident der Vereinigten Staaten 2020

Biden wird 46. Präsident der USA: Zahlen zum Sieg

Rund 153 Millionen Stimmen wurden bei der US-Wahl ausgezählt. Joe Biden erhielt dabei um die 79 Millionen Wählerstimmen – so viele wie noch kein Kandidat zuvor. Aber auch Donald Trump bekam mehr als 73 Millionen Stimmen und somit den zweithöchsten Wert der Geschichte. Zurückzuführen sei dies laut der Zeitung „The Observer“ auf die höchste Wahlbeteiligung seit 1900. Bemerkenswert ist auch die hohe Zahl der Wahlberechtigten, die sich am „Early Voting“ beteiligten: Bis einschließlich 2. November waren es mehr als 100 Millionen Menschen, von denen viele die Briefwahl nutzen.

Am Ende holt Joe Biden 306 Wahlmännerstimmen. Damit wird Biden zum 46.Präsidenten in der Geschichte der USA. Entscheidend für seinen Sieg waren die sogenannten Battleground-Staaten Pennsylvania, Georgia und Arizona. Mit einer knappen Mehrheit setzte sich Biden in diesen US-Bundesstaaten durch. Donald Trump hingegen konnte trotz Siege in Florida und Ohio nur 232 Wahlmännerstimmen für sich gewinnen. Somit ist Trump der zehnte US-Präsident der nach nur einer Amtszeit abgewählt wurde. Die Demokraten sicherten sich zudem die Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus. Im Senat behalten stand jetzt aber weiterhin die Republikaner die Oberhand mit 50 zu 48 Sitzen.

Donald Trump erkennt Sieg Bidens nicht an

Kaum eine halbe Stunde verging nach der Verkündung des Wahlsiegs von Biden – da kündigt Trump rechtliche Schritte an. Sein Team wolle sicherstellen, dass der rechtmäßige Sieger ins Weiße Haus einzieht. Auch auf Twitter sieht man immer wieder Tweets wie diesen:

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1328200072987893762

Trumps Aussagen haben zunächst keinerlei rechtliche Auswirkungen, sie markieren aber eine Zuspitzung des politischen Streits um die Wahl. Trump hat in mehreren Bundesstaaten bereits juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet. Eine weitere Auszählung der Stimmen in Georgia erklärte erneut Joe Biden zum Sieger. Donald Trump stellt sich dennoch weiterhin als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne stichhaltige Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Trump hat bereits angekündigt, sich mit einer ganzen Serie von Klagen bis hinauf zum Obersten Gericht, dem US-Supreme Court, gegen eine Niederlage zu wehren. Damit verkündete er als erster Präsident in der Geschichte der USA, das Ergebnis der Wahl nicht anzuerkennen. Bis zum 14. Dezember 2020 hat er noch Zeit die Vorwürfe eines Betruges der Wahl zu beweisen, denn dann werden die Wahlleute des „Electoral College“ den Präsidenten sowie Vizepräsidenten wählen.

Donald Trump will mit seinen Klagen auch vor den US-Supreme Court ziehen.
Donald Trump will mit seinen Klagen auch vor den US-Supreme Court ziehen.

Der Republikaner konnte sich zwar früh den Schlüsselstaat Florida sichern, doch Biden gewan die sogenannten „Battleground-States“ oder „Swing States“ Pennsylvania, Georgia und Arizona. In besonders diesen umkämpften Staaten hatte er im Laufe der Auszählungen immer weiter aufgeholt. Trump hatte sich bereits in der Wahlnacht im Weißen Haus während der laufenden Auszählung zum Sieger erklärt und angekündigt, seinen Anspruch vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zu bringen. Anschließend machte er wiederholt deutlich, dass er sich weiter als legitimer Sieger sieht. Dass Trump den Sieg seines Kontrahenten nicht anerkennt, kommt nicht überraschend. Schon vor der Wahl hatte Trump offen gelassen, ob er das Wahlergebnis akzeptieren würde, und hatte eine friedliche Machtübergabe nicht garantieren wollen. Zudem hatte er wiederholt behauptet, dass sein demokratischer Widersacher nur gewinnen könne, falls es „massiven Wahlbetrug“ geben würde. Hinweise darauf gibt es nicht.

Kamala Harris im Profil

Mit Bidens „running mate“ Kamala Harris wird die erste Frau, die erste Schwarze und die erste US-Amerikanerin mit indischen Wurzeln zur Vizepräsidentin.

Die zukünftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei einer Rede.
Die zukünftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei einer Rede.

Kamala ist klug, tough. Sie hat Erfahrung. Eine Kämpferin für die Mittelschicht. Sie weiß, wie man regiert und harte Entscheidungen trifft. Sie kann mit diesem Job sofort loslegen.

Im Wahlkampf pflegte Harris, die auch streng sein kann, ihr Image als die fröhliche, herzliche und energiegeladene Frau an der Seite von Joe Biden. Sie wird zudem als potentielle Nachfolgerin Bidens gehandelt. Aber Biden hat die sozialliberale Senatorin und ehemalige Justizministerin nicht nur wegen ihrer beruflichen Qualifikation gewählt. Sondern auch als Geste an die vielen schwarzen Wählerinnen seiner Partei.

Harris Mutter stammt aus Indien, der Vater aus Jamaika. „Ich bin schwarz und stolz drauf“, so Harris. Die 56-jährige Harris hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt: Mit 30 wurde sie die erste schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco, war danach sechs Jahre Justizministerin von Kalifornien – wieder als erste schwarze Frau.

Seit 2017 sitzt sie im Senat. Dort machte sie sich einen Namen als scharfe Fragestellerin bei Anhörungen. Und dass sie nicht zimperlich ist, das bekam auch Joe Biden schon zu spüren. Denn eigentlich wäre Harris ja gerne selbst Präsidentin geworden. Viele Amerikaner erinnern sich noch gut an eine Szene aus dem Vorwahlkampf. Da griff sie Biden persönlich an – wegen dessen Haltung als junger Mann zum Thema Integration von Schulen. Später ruderte sie zurück: „War doch nur eine Debatte“ – und sie werde natürlich alles tun, damit Biden gewählt wird.

Biden wird der 46. Präsident der USA: Was jetzt?

Joe Biden wird der 46. Präsident der USA. Doch wie wird die Zukunft unter ihm aussehen?
Joe Biden wird der 46. Präsident der USA. Doch wie wird die Zukunft unter ihm aussehen?

Ich verspreche ein Präsident zu sein, der nicht spaltet, sondern eint. Der keine roten Staaten oder blauen Staaten sieht, sondern nur Vereinigte Staaten.

Joe Biden wird der 46.Präsident der USA, doch wenn er am 20. Januar 2021 sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antritt, wird er wenig Zeit für eine klassische Startphase haben. Insbesondere die Corona-Pandemie wird schnelles Handeln verlangen.

Die Eindämmung der Pandemie ist die vordringlichste Aufgabe der neuen Administration. Im Wahlkampf hatte Biden Trump immer wieder Untätigkeit vorgeworfen. Der Plan von Joe Biden soll unter anderem von Investitionen in persönliche Schutzausrüstung und Kredite für Kleinunternehmen sowie von standardisierten Richtlinien für das Gesundheitswesen handeln. Außerdem will er wissenschaftliche Berater und Experten benennen, die die Antwort auf die Pandemie anführen sollen.

Die Situation von Schwarzen in den USA, vor allem das Ausmaß von Polizeigewalt, aber auch die dadurch ausgelösten Unruhen in vielen Städten war neben dem Coronavirus das beherrschende gesellschaftliche Thema der USA in diesem Jahr. Biden hatte institutionellen Rassismus und die „Black Lives Matter“ Bewegung zu einem Thema seines Wahlkampfes gemacht. Er plädiert für eine Polizeireform und für bessere wirtschaftliche Bedingungen für Schwarze.

Wahlsystem der USA

Eine Zusammenfassung des Wahlsystems der USA finden Sie hier:

https://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/usa-wahl-wahlsystem

Bildnachweis

„Joe Biden“ by Gage Skidmore

„US Supreme Court“ by *rboed*

„Announcement of Senator Kamala Harris as Candidate for Vice President of the United States – Wilmington, DE – August 12, 2020“ by Biden For President

„White House“ by Diego Cambiaso

06.12.2020 – Joe Biden wird der 46.Präsident der USA – nicht aufgeführt

https://studiumimweb.de/wp-admin/post.php?post=32132&action=edit

20.12.2020 – Joe Biden: 46.Präsident der USA – nicht aufgeführt

Über den Autor

Julian Pilz

Julian Pilz studiert seit dem Wintersemester 2020/21 Ressortjournalismus an der Hochschule in Ansbach. Er ist zudem von vielen verschiedenen Sportarten begeistert und betreibt selbst regelmäßig Sport.