Vorrundenausscheiden der Nationalmannschaft?

Ein Überblick über alle Mannschaftsteile sowie eine Prognose.

Joachim Löw

Das Tor

Um ein Vorrundenausscheiden der Nationalmannschaft vermeiden zu können kommt es vor allem auf eine Position an: Die Torhüterposition. Auf diesem Mannschaftsteil ist der DFB seit Jahren gut besetzt. Mit Manuel Neuer, Marc Andre Ter-Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp stehen gleich vier Anwärter für drei Kaderplätze zur Verfügung. Im Falle eines verletzungsbedingten Ausfalls wäre auch Oliver Baumann eine Option.

Manuel Neuer und Marc Andre Ter-Stegen scheinen als Nummer eins und zwei gesetzt. Lediglich im Kampf um den dritten Kaderplatz im DFB-Tor wird es spannend. Dabei scheint der Londoner Bernd Leno die Nase vorne zu haben.

Die Abwehr

Die Abwehr ist die Problemzone der deutschen Mannschaft. So kassierte der DFB beispielsweise gegen mittelmäßige Gegner wie die Schweiz oder die Türkei jeweils drei Gegentore. Nicht erst seit den letzten Auftritten werden daher Stimmen nach Jerome Boateng und vor allem Mats Hummels laut.

Denn vor allem in der Innenverteidigung scheint dem DFB-Team die nötige Klasse zu fehlen. Gleich neun Spieler hat der Bundestrainer in den letzten Monaten auf dieser Position ausprobiert, von denen lediglich Matthias Ginter vollends zu überzeugen wusste. So könnte es gut sein das der Debütant Felix Uduokhai keine schlechten Karten hat mit zur Europameisterschaft zu fahren. Vor allem in einer Dreierkette wäre der Augsburger eine gute Option. Uduokhai ist neben Marcel Halstenberg, der auch Linksverteidiger spielen kann, der einzige Linksfuß unter denn Optionen für die Innenverteidigung.

Die Außenverteidigerposition hingegen scheint das kleinere Problem zu sein. Mit Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg und Robin Gosens ist auf dieser Position durchaus Qualität vorhanden. Zudem hat der Bundestrainer mit Benjamin Henrichs und Philipp Max zusätzlich Optionen. Auch Thilo Kehrer könnte eine Option sein, allerdings lediglich in einer Viererkette.

Das Mittelfeld

Joshua Kimmich

Das Mittelfeld ist das Prunkstück der deutschen Mannschaft. Spieler wie Joshua Kimmich und Toni Kroos sind hier gesetzt. Aber auch Leon Goretzka und Ilkay Gündogan sind durchaus Kandidaten für die Startelf. Vor allem Goretzka wusste in den letzten Monaten zu überzeugen. Der Ex-Schalker erkämpfte sich bei Bayern einen Stammplatz, verdrängte Thiago, und ist inzwischen unumstrittener Stammspieler und tragende Säule im Bayern Spiel. Darüber hinaus verfügt der DFB-Kader noch über weitere spannende und gut Optionen. Spieler wie Kai Havertz, Julian Brandt und Julian Draxler sind im offensiven Bereich flexibel einsetzbar. Auch dahinter befinden sich noch qualitativ gute Spieler wie Florian Neuhaus oder Suat Serdar. Zudem könnte auch Mario Götze wieder einer Alternative für die Nationalmannschaft werden. Der Ex-Borusse weiß seit seinem Wechsel in die Niederlande durchaus zu überzeugen und glänzt mit einer spielerischen Leichtigkeit die in seinen besten auszeichnete.

Der Angriff

Marco Reus

Der deutsche Angriff zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität aus. Spieler wie Timo Werner oder Serge Gnabry sind sowohl auf dem Flügel einsetzbar wie auch in der Spitze. Die beiden Stuttgarter legten in den letzten Jahren eine durchaus bemerkenswerte Entwicklung hin. So entschied letzterer beispielsweise im Alleingang das Champions League Habfinale dieses Jahres gegen Olympique Lyon. Gnabry dessen Weg ihn als Teenager vom VFB Stuttgart zu Arsenal London führte und über Bremen und Hoffenheim vor zwei Jahren beim FC Bayern entwickelte sich zu einem der besten Offensivspieler Europas. Selbiges gilt auch für Timo Werner. Werner, der seit Jahren konstant über 20 Tore in der Bundesliga pro Saison schoss, weiß auch beim FC Chelsea London zu überzeugen. Und das ist durchaus bemerkenswert, nicht nur weil es Werners erste Auslandsstation ist, sondern weil es vor allem Stürmer an der Stanford Bridge nicht besonders leicht haben. Spieler wie Alvaro Morata, Gonzalo Higuain oder Fernando Torres scheiterten in den vergangenen Jahren an der Bridge. 

Auch der neu Münchener Leroy Sane könnte bei der Europameisterschaft durchaus wichtig werden. Sane der seit Sommer 2019 kein Länderspiel mehr gemacht hat und denn seit seinem Kreuzbandriss immer wieder Verletzungen plagen, wusste dennoch schon bei seinem neuen Arbeitgeber zu überzeugen. So entschied der neu Münchener beispielsweise das Bundesliga Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München und sorgte auch im Champions League Spiel drei Tage zuvor für die Entscheidung. Vor allem das Tempo der deutschen Angreifer könnte Mannschaften wie Portugal Probleme bereiten. Denn auch Luca Waldschmidt und Marco Reus verfügen über ein hohes Tempo.

Darüber hinaus wird auch immer wieder der Ruf nach einem weiteren ausgebooteten Spieler laut: Thomas Müller. Der Münchener spielt unter Bayern-Trainer Hansi Flick wieder auf einem überragenden Niveau und wäre daher sowohl sportlich wie auch menschlich eine absolute Bereicherung für das DFB-Team.

Die Prognose

Um ein erneutes Vorrundenausscheiden der Nationalmannschaft zu vermeiden kommt es bereits in der Gruppenphase für das DFB-Team darauf an hinten sicher zu stehen. Denn die beiden Gruppengegner Frankreich und Portugal verfügen über sehr schnelle und Weltklasse Offensivspieler. Gelingt es also nicht die Abwehrproblem bis zur EM zu beheben ist ein erneutes Ausscheiden in der Gruppenphase absolut realistisch.

Darüber hinaus kommt es darauf an, dass sich das DFB-Team offensiv nicht nur auf Serge Gnabry verlassen muss. Der Münchener schoss in der EM-Quali fast ein Drittel der Tore des DFB. Vor allem Spieler wie Timo Werner und Kai Havertz werden hier gefragt sein.

01.12.20 – Erneutes Vorrundenausscheiden – Platz 1

21.12.20 – Vorrundenausscheiden der Nationalmannschaft – Platz nicht gefunden

Über den Autor

Philipp Hillert

Mein Name ist Philipp Hillert. Ich komme aus Freiburg im Breisgau und habe dieses Jahr mein Abitur gemacht. Derzeit studiere ich Ressortjournalismus an der HS Ansbach.