Youssoufa Moukoko – zwischen Wahnsinn und Diskriminierung

Wer ist Youssoufa Moukoko?

Youssoufa Moukoko wurde am 20. November 2004 in Yaoundé, Kamerun, geboren. Er spielt aktuell in der U19 von Borussia Dortmund. Der Junge verbrachte seine ersten zehn Lebensjahre bei seinen Großeltern in Yaoundé, ehe ihn sein Vater, der seit den 90er-Jahren als deutscher Staatsbürger in Hamburg lebt, 2014 nach Deutschland holte. Der Youssoufa Moukoko-Wahnsinn beginnt!

Youssoufa ist 1,79m groß und füllt die Position des Stürmers aus. Mit seiner Statur sorgt der Spieler im gegnerischen Strafraum immer für Unruhe. Allerdings ist er nicht wegen seines Körpers, sondern wegen seiner auffälligen fußballerischen Fähigkeiten bereits in ganz Europa bekannt. Dies hatte auch der Sportartikelhersteller Nike erkannt: Mit 14 unterschrieb er seinen ersten Werbedeal bei dem Unternehmen. Für seine Unterschrift kassiert der Youngster rund eine Million Euro. Durch Prämien könnte das Gesamtvolumen des Vertrags auf sage und schreibe zehn Millionen Euro ansteigen. Bei einem Einsatz in der Bundesliga oder in der A-Nationalmannschaft soll das der Fall sein.

Als 13-Jähriger in der U17 kicken!

Für Schlagzeilen sorgt Moukoko schon zu Beginn seiner jungen Karriere, als er bei der U13 des FC St. Pauli in 13 Spielen 23 Tore erzielt. 2016 folgt dann der Wechsel ins Nachwuchsleis-tungszentrum von Borussia Dortmund. Dort angekommen knipst der Spieler in seiner ersten Saison für den BVB 33 Mal in 21 Spielen. In der darauffolgenden Spielzeit steht Youssoufa als 13-Jähriger (!) für die U17 auf dem Platz; das Resultat ist das gleiche: Tore, Tore, Tore. Darauf wurde auch der Ex-Dortmund-Star Pierre-Emerick Aubameyang, aktuell in England beim FC Arsenal unter Vertrag, aufmerksam. Die beiden Kicker trafen sich gelegentlich am Trainingsgelände des BVB, machten zusammen Fotos und führten wertvolle Gespräche. Mittlerweile sei der Gabuner sogar schon „wie ein großer Bruder“, wie Youssoufa in einem Interview mit der „Sport Bild“ erklärt. Er gebe ihm außerdem Auskunft darüber, was der Junge bereits gut mache, aber auch, was er verbessern könne.

Im Alter von 14 Jahren kommt es dann zum nächsten Sprung in seiner fußballerischen Laufbahn. Der Jugendliche geht nämlich für die U19 in der Saison 2019/20 auf Torejagd. Der vorläufige Höhepunkt in Moukokos Vita erfolgt in diesem Jahr: Er rückt in die Profimann-schaft der Borussia auf, wo er seit der aktuellen Saison regelmäßig trainiert. Das Debüt in der Bundesliga kann dann frühestens am 8. Spieltag gegen Hertha BSC Berlin gefeiert werden, denn zum diesem Zeitpunkt wäre Youssoufa 16 Jahre alt und damit spielberechtigt. Hertha-Trainer Bruno Labbadia würde dies begrüßen und äußerte sich in der „BZ“:

„Ich kenne ihn noch nicht gut, habe aber nur phantastische Sachen über ihn gehört und gelesen. Obwohl der Schritt von der Jugend zu den Profis groß ist, warum soll er nicht auch bei den Männern Tore schießen? Es ist jedenfalls toll, wenn solche Riesen-Talente so früh hoch kommen.“ Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke freut sich auf den Teenager, „aber das ist natürlich Entscheidung des Trainers“, sagt er bei „Sky“.

Rekorde über Rekorde

An Rekorden mangelt es bei dem 15-Jährigen Ausnahmekönner nicht. Er ist sowohl der jüngste Spieler und Torschütze in der A-Junioren-Bundesliga als auch in der UEFA Youth League. Außerdem hat er mit 46 Treffern in der B-Junioren-Bundesliga und mit 34 Treffern in der A-Junioren-Bundesliga zwei weitere Bestmarken inne.

Der Youngster hat zudem einige Erfolge zu verzeichnen. 2018 wurde er mit dem BVB Deutscher B-Junioren-Meister. Torschützenkönig wurde Moukoko bislang in all seinen Junioren-Bundesliga-Saisons, also 2018 bis 2020. Dies spiegelt sich in seinem Marktwert (siehe Infografik rechts unten) wider, welcher in Zukunft weiter durch die Decke gehen wird.

Diskussion Alter & Nationalmannschaft

Moukokos Alter sorgt in der Welt des Sports für viel Zündstoff. Man fragt sich: „Wie kann man in diesen jungen Jahren Woche für Woche solche Leistungen abliefern? Da muss was faul sein.“ 2016 wurde seine Geburt nachträglich beim Standesamt Hamburg-Harburg beurkundet und hat damit den gleichen Stellenwert wie eine Erstbeurkundung. Im Netz (wie zum Beispiel unter einem Beitrag zu Moukoko hier https://www.instagram.com/skysportde/?hl=de) sind dennoch abfällige Kommentare über sein Alter zu finden.

Alter hin oder her, für die deutsche Junioren-Nationalmannschaft wurde Youssoufa dennoch nominiert und zwar erstamls 2017 für die U16. Dort ist der Jugendliche jüngster Torschütze und jüngster Spieler zugleich. Im September diesen Jahres bestritt er darüber hinaus sein erstes Spiel für die U20-Auswahl Deutschlands. Zwischen Oktober 2017 und September 2020 wurde Moukoko nicht für die U-Mannschaften des DFB berücksichtigt. Man wollte das Talent vor zu großer medialer Aufmerksamkeit schützen.

Rassistische Vorfälle um Youssoufa Moukoko

„Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein und werde es immer sein.“

Youssoufa Moukoko auf seinem Instagram-Account youssoufa_10

Mit diesen Worten entgegnet der Junge den rassistischen Bemerkungen ihm gegenüber während des Spiels in der U19-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Bei diesem Revierderby markierte Moukoko drei Treffer.

Für einige Anhänger von Schalke 04 wohl Grund genug, um dem Spieler des BVB Sprüche wie „Hurensohn“ oder „Leg dich ins Grab“ an den Kopf zu werfen. Der DFB ermittelt bereits. Youssoufa Moukoko lieferte neben seinem Statement auf Instagram auch ein klares Zeichen auf dem Platz: Gegen die U19 von Rot-Weiss-Essen traf er im nächsten Spiel vierfach.

4.12.2020 – youssoufa moukoko wahnsinn /diskriminierung – Platz 2/3

7.12.2020 – youssoufa moukoko wahnsinn – Platz 4

7.12.2020 – youssoufa moukoko diskriminierung – ohne Platzierung

21.12.2020 – youssoufa moukoko wahnsinn – Platz 2

Über den Autor

Fabian Angermeier

Mein Name ist Fabian Angermeier. Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht. In meiner Freizeit spiele ich Fußball in einem BFV-Nachwuchsleistungszentrum.